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Merken   Drucken   26.06.2008, 20:52 Schriftgröße: AAA

US-Börsen: Kurssturz an der Wall Street  

Die Stimmung der Anleger sackt in den Keller: Nachdem schlechte Nachrichten europäischer Banken bereits die hiesigen Börsen belastet hatten, kommt es an der Wall Street knüppeldick. General Motors sackte nach einer Verkaufsempfehlung um zwölf Prozent ab. Zudem ist Öl so teuer wie nie. von Joachim Dreykluft (Hamburg) und Mark Böschen (Frankfurt)
Die Anlegerflucht aus Hypo-Real-Estate und der 8-Mrd.-Euro-Kapitalbedarf bei Fortis hatten Europas Leitindizes und dabei vor allem den Finanzwerten schon kräftig zugesetzt. Am Nachmittag hiesiger Zeit schwappte die schlechte Stimmung dann ungedämpft über den Atlantik.
Beobachter machten Zinserhöhungsängste nach der Fed-Entscheidung vom Vortag für die miese Stimmung verantwortlich. Ganz konkret sorgten aber Herabstufungen von Goldman-Sachs-Analysten für GM und Citigroup für die massiven Verluste quer durch die Indizes. Ironie des Tages: Die Goldman-Aktie geriet selbst in den Verkaufsstrudel und verlor 3,5 Prozent.
Der breit gefasste S&P 500 sank um 2,3 %. Der Dow Jones Industrial gab 2,3 % ab, der technologielastige Nasdaq Composite verlor 2,9 %. Der Ölpreis stieg auf ein Rekordhoch: Ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl kostete mehr als 140 $.
Fed bereit für die Wende
Die US-Geldpolitik steht vor einer Wende: Im Zwiespalt zwischen drohender Rezession und zu hoher Inflation hielt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihren Leitzins Mittwochabend bei 2,0 Prozent. „Wir werden je nach Bedarf handeln, um nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Preisstabilität zu unterstützen“, teilten die Währungshüter mit. Zugleich ließ die Fed aber durchblicken, dass sie sich verstärkt um die Inflation sorgt. Der Chef der regionalen Fed Dallas, Richard Fisher, stimmte für eine Zinserhöhung.
Die US-Wirtschaft hat zu Jahresbeginn etwas stärker zugelegt als zunächst geschätzt. Sie bewegt sich damit anders als befürchtet wohl nicht am Rande einer Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft stieg im ersten Quartal 2008 mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,0 (zweite Schätzung 0,9) Prozent nach plus 0,6 Prozent im vierten Quartal 2007, wie das Handelsministerium am Donnerstag auf Basis endgültiger Daten mitteilte. Analysten hatten dies exakt vorhergesagt.

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  • FTD.de, 26.06.2008
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