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Merken   Drucken   27.02.2009, 21:42 Schriftgröße: AAA

US-Börsenschluss: An der Wall Street brechen die Dämme  

Die Woche endet mit Schrecken: Erschütternde Daten zur US-Wirtschaft und die Teilverstaatlichung der einstmals stolzen Citigroup trieben die Anleger aus dem Aktienmarkt. Nach Ansicht technischer Analysten droht nun ein Desaster. von Thomas Spinnler (Frankfurt)
Der Dow Jones schloss 1,7 % leichter bei 7062 Punkten. Er beendet den sechsten Monat in Folge mit Verlusten und erreichte das Kursniveau vom April 1997. Der S&P 500 stürzte um 2,4 % auf 735 Zähler ab - der niedrigste Stand seit Mitte Dezember 1996.
Weitere Verluste wurden nur durch den Handelschluss verhindert. Der Index schloss deutlich unter der von Charttechnikern als bedeutend angesehenen Marke von 752 Punkten, die er sowohl im November 2008, als auch im Herbst 2004 gehalten hatte.
Nach Ansicht von Beobachtern handeln viele Marktteilnehmer derzeit nach charttechnischen Marken. Der Bruch der 752-Punkte-Marke gilt bei vielen als entscheidendes Signal für weitere Verluste in der kommenden Woche. Technische Analysten halten nun einen Absturz um bis zu 20 % für wahrscheinlich.
"Keine wahrnehmbaren Lebenszeichen"
Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq sank 1,% auf 1377 Punkte. "Im Augenblick konzentriert sich die ganze Welt auf die finsteren Seiten", sagte ein Fondsmanager. "Kein einziger der großen internationalen Aktienmärkte zeigt noch irgendwelche wahrnehmbaren Lebenszeichen."
Der Grund für die herben Verluste waren zwei Hiobsbotschaften innerhalb von nur wenigen Minuten - sie ließen selbst die größten Optimisten unter den US-Investoren um ihre Fassung ringen: Im vierten Quartal schrumpfte die US-Wirtschaft um annualisierte 6,2% und damit weit kräftiger als erwartet - das ist der stärkste Quartalsrückgang seit 1982.
Die vorläufige Zahl von minus 3,8 % ist damit so massiv nach unten korrigiert worden, dass sich die Frage nach dem Sinn vorläufiger Zahlen stellt. „Das Gesamtergebnis des vierten Quartals ist als extrem schlecht anzusehen. Zudem gibt es bislang keine Anzeichen einer Besserung“, sagte Heinrich Bayer, Analyst bei der Postbank.
Was bleibt ist die Hoffnung - und höhere Steuern
Die Investoren müssen sich nun mit der Hoffnung auf die staatlichen Konjunkturhilfen trösten. „Alles in allem wird das Konjunkturpaket einen wichtigen Beitrag liefern, den Einbruch der privaten Nachfrage abzufangen und die US-Wirtschaft gegen Ende des Jahres wieder auf einen flachen Wachstumspfad zu bringen“, schreibt Patrick Franke, Analyst bei der Helaba, in seiner Analyse zu US-Volkswirtschaft. Mittel- bis langfristig seien höhere Steuern jedoch unausweichlich.

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06:52:48 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
S&P500 1342,64    -0,69%  -9.31
Nasdaq Composite 2903,88    -0,80%  -23.35
Dow Jones 12801,23    -0,69%  -89.23
  • FTD.de, 27.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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  Euro Stoxx 50 2480,76  [-41.58 -1,65%
  Dow Jones 12801,23  [-89.23 -0,69%
  Nasdaq Composite 2903,88  [-23.35 -0,80%
  Euro 1,3194 USD  [0 0,00%
  Brent-Öl 116,68 USD  [-0.84 -0,71%
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