Der Dow Jones notierte zum Handelsschluss mit einem Plus von 1,2 % bei 8500 Punkten. Der S&P 500 gewann 1,4 % auf 919 Zähler, der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 1,3 % auf 1774 Stellen.Auf Wochensicht gewann der Dow 2,7 %, der S&P 500 3,6 % und der Nasdaq 4,9 %. Im Monat Mai rückte der Dow um 4 %, der S&P 500 5,3 % und der Nasdaq um 3,3 % vor.
Im Handelsverlauf waren Konjunktursorgen wieder in den Fokus der Anleger geraten: Der Index der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago ist im Mai unerwartet stark auf 34,9 Punkte gesunken. Ein Indexstand über 50 signalisiert ein Wachstum des verarbeitenden Gewerbes. "Der deutliche Rücksetzer des Chicago PMI weist darauf hin, dass der Aufstieg aus dem Tal der Tränen für die US-Industrie mühevoll werden und nicht ohne Rückschläge verlaufen dürfte", kommentierte Heinrich Bayer, Analyst bei der Postbank.
Michael Köhler, Analyst bei der LBBW sieht die Zukunft skeptisch: "Zwar deuteten die Frühindikatoren zuletzt eine Stabilisierung an, doch wir gehen weiterhin von einer blutleeren Erholung aus, die das aktuelle Kursniveau kaum rechtfertigt."
Die Fakten stützen diese These: Die US-Wirtschaft brach im ersten Quartal 2009 zwar nicht ganz so stark ein wie zunächst erwartet - das Bruttoinlandsprodukt sank zu Jahresbeginn mit einer annualisierten Rate von 5,7 %. Analysten hatten im Schnitt aber mit einem annualisierten Rückgang von 5,5 % gerechnet.
Hauptsache, die Stimmung stimmt
Das US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan hob die Indizes knapp über das Vortagesniveau. Es ist für den Monat Mai von zunächst gemeldeten 67,9 Punkten auf 68,7 Punkte nach oben korrigiert worden - der dritte Anstieg in Folge. "Die Trendwende sollte jetzt zwar geschafft sein. Von Werten, die auf eine neuerliche, kollektive US-Konsumparty hinweisen, ist der Index aber weit entfernt", schreibt Postbank-Experte Bayer.
Erst wenige Minuten vor Handelsende und ohne börsenrelevante Nachrichten setzte die Wall Street zu einem erstaunlichen Schlusspurt an: Der Dow Jones machte innerhalb von 20 Minuten rund 100 Punkte gut. Händlern fiel zur Begründung ein, die Marktteilnehmer hätten sich - nach langem Zögern - entschieden, die vorgelegten Konjunkturdaten positiv zu interpretieren.