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Merken   Drucken   29.01.2010, 22:25 Schriftgröße: AAA

US-Börsenschluss: Techwerte ziehen Wall Street ins Minus  

Selbst positive Unternehmensberichte und ein unerwartet starkes Bruttoinlandsprodukt verpuffen. Die Stimmung an den US-Börsen bleibt angespannt, das Vertrauen der Anleger scheint vorerst dahin. von Thomas Spinnler, Frankfurt
Der Dow Jones  fiel um 0,5 % auf 10.067 Punkte. Im Monat Januar sank der Index um 3,5 %, soviel wie zuletzt vor 11 Monaten. Der S&P 500  büßte 1 % auf 1073 Zähler ein. Der marktbreite Index geriet damit drei Wochen lang in Folge in die Verlustzone und verlor im Januar 3,7 %. Der Nasdaq Composite  schloss 1,5 % leichter bei 2147 Punkten. Nach Börsenschluss in Europa knickten die Indizes nach zunächst freundlicher Stimmung wieder ein.
Unterstützend hatten zu Handelsbeginn die Daten zum US-Bruttoinlandsprodukt gewirkt: Die Wirtschaft wuchs im vierten Quartal um 5,7 % - so kräftig wie seit gut sechs Jahren nicht mehr. "Die Zahlen zum US-BIP bestätigen, dass das Land seine seit letzten Sommer begonnene Erholungsphase nun mit zunehmender Dynamik fortgesetzt hat", schrieb Nord/LB-Analyst Bernd Krampen. "In Verbindung mit weiter zulegenden Inflationsraten und einer Stabilisierung am Arbeitsmarkt wird die US-Notenbank im Frühsommer einen ersten Zinsschritt nach oben vornehmen, will sie nicht den gleichen Fehler wie in den Jahren 2003 bis 2004 wiederholen", stellte der Experte fest.
Positive Signale lieferte der Einkaufsmanagerindex für die Region um Chicago. Er kletterte von 58,7 auf 61,5 Punkte. Der Markt hatte mit einem Rückgang auf 57,2 Zähler gerechnet. Besonders deutlich stieg die Beschäftigungskomponente. "Sie signalisiert einen bevorstehenden Beschäftigungsaufbau", sagte Postbank-Experte Thilo Heidrich.
Geschäftsberichte überzeugten weitgehend
Auch die Berichtssaison blieb im Fokus der Investoren: Von den im S&P 500 gelisteten Firmen hat schon ein Viertel die Zahlen präsentiert, schrieb Postbank-Experte Heinz-Gerd Sonnenschein in einem Marktausblick. Fast 80 % hätten die Prognosen der Analysten übertroffen. Lediglich 13 % hätten sie verfehlt. "Das ist der niedrigste Wert seit 2000", resümierte Sonnenschein. "Viele Investoren hatten jedoch auf noch bessere Zahlen und optimistischere Geschäftsausblicke gehofft. Daher kann die Berichtssaison bisher keinen positiven Einfluss auf das Kursgeschehen ausüben", lautet die Einschätzung des Analysten.
Bayern LB-Analyst Manfred Bucher führt diesen Umstand neben den aufgetretenen Belastungsfaktoren "Bankenregulierung und "Griechenland" maßgeblich auf die im Vorfeld zu optimistische Positionierung der Investoren und damit übergekaufte Lage an den Aktienmärkten zurück.
Vor allem bei den als Frühzykliker geltenden Tech-Titel machten die Investoren Kasse, selbst Amazon  konnte die frühen Gewinne nicht verteidigen. Der Internet-Händler profitierte von einem blendenden Weihnachtsgeschäft und schraubte den Gewinn im vierten Quartal um gut 70 % in die Höhe auf 384 Mio.$. Der Umsatz stieg um 42 % auf 9,52 Mrd. $. Mit beiden Kennziffern übertraf der US-Konzern die Markterwartungen. Auch für das laufende erste Quartal zeigt sich Amazon optimistischer als die Analysten, die bisher mit einem Umsatz von 6,36 Mrd. $ rechnen. Amazon peilt demnach 6,45 bis 7 Mrd. $ Umsatz an. Die Anteilsscheine gingen um 0,5 % leichter aus dem Handel.

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