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Merken   Drucken   25.01.2005, 19:00 Schriftgröße: AAA

US-Finanzminister bekennt sich zum Defizitabbau  

Das Bekenntnis der US-Regierung zur Stärkung des Dollar werten Marktbeobachter als wenig glaubwürdig. Das US-Haushaltsdefizit könnte nach offiziellen Schätzungen im laufenden Jahr den Rekordwert des Vorjahres übertreffen.
US-Finanzminister John Snow hat sich erneut zum Kampf gegen die Dollarschwäche bekannt. Die US-Regierung setzte sich dafür ein, das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen, um damit den Dollar zu stützen, sagte er am Montag in einem Interview mit dem US-Sender CNBC.
Der Minister bekräftigte damit Aussagen des US-Präsidenten George Bush. Für seine zweite Amtszeit hatte Bush bereits im Dezember versprochen, das Haushaltsdefizit zu senken, um den Dollar zu stärken. In fünf Jahren solle das Haushaltsdefizit auf einen Anteil von zwei Prozent am US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinken. Dafür müsste der US-Präsident die im vergangenen Jahr auf den Rekordstand von 412 Mrd. $ gekletterte Neuverschuldung fast halbieren.
Das Haushaltsbüro des US-Kongresses (CBO) schätzt das US-Haushaltsdefizit im laufenden Jahr auf 368 Mrd. $. Dazu kommen die Kosten für den Krieg in Irak, die das Büro bei seiner letzten Prognose im September mit 115 Mrd. $ veranschlagte. Die Investmentbank Lehman Brothers teilte mit, dass Kriegskosten von 100 Mrd. $ zur Schätzung des Haushaltsbüros zu addieren seien. Damit würde die Neuverschuldung im laufenden Jahr den Rekordwert des Vorjahres von 412 Mrd. $ übertreffen. "Die Zahlen zeigen, dass es sehr schwierig wird, das Haushaltsdefizit innerhalb von fünf Jahren zu halbieren", sagte Drew Matus, Volkswirt bei Lehman Brothers, der Nachrichtenagentur Reuters.
Vor der Veröffentlichung der Zahlen hatte eine Sprecherin der Haushaltskontrollbehörde mitgeteilt, dass das Defizit unter dem Vorjahreswert liegen werde. Die Kriegskosten seien wegen technischer Schwierigkeiten nicht in der am Dienstag veröffentlichten Haushaltsschätzung enthalten, berichtet die Agentur.
Die Devisenstrategen von ABN Amro hatten bereits vor der Veröffentlichung die Qualität der Daten in Frage gestellt. "Wir hüten uns davor, den Dollar heute in die Höhe zu treiben, weil Zweifel um die Schätzungen des Haushaltsbüros bestehen", teilten die Strategen mit. Die Strategen der Deutschen Bank schrieben bereits vor der Veröffentlichung der Schätzung, dass die Absichtserklärung des US-Präsidenten, das Haushaltsdefizit zu reduzieren, "bereits etwas abgegriffen" sei.

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