Ein Wert von unter 50 Punkten bedeutet, dass nur noch eine Minderheit der befragten Einkaufsmanager von besseren Geschäften berichtet. Bei Investoren löste die Meldung erneut Rezessionsängste aus. Ähnliche Nachrichten haben die Börsen seit Anfang Januar mehrfach vorübergehend auf Talfahrt geschickt. Die US-Konjunkturdaten fallen seit Wochen ungewöhnlich widersprüchlich aus. Am Freitag war für die Industrie noch ein Anstieg des Einkaufsmanagerindex gemeldet worden.
Volkswirte beeilten sich auch am Dienstag, die Panik zu dämpfen. "Bis jetzt sehen die Daten nicht eindeutig nach Rezession aus", sagte David Milleker, Chefvolkswirt bei Union Investment. Ähnlich abrupte Rückgänge des Einkaufsmanagerindex habe es zuletzt nach Schocks wie dem 11. September oder dem Sturm "Katrina" gegeben, sagte Patrick Franke, US-Experte der Commerzbank. Beide Male habe sich der Index dann aber rasch erholt. Ein ähnlicher Schock könne diesmal die abrupte Zinssenkung der US-Notenbank gewesen sein. Sollte der Index im Februar nicht wieder steigen, würde dies allerdings klar eine Rezession signalisieren.
Die Anleger flüchteten am Dienstag aus Aktien und schoben Gelder in Staatsanleihen. Der Dax verlor 3,4 Prozent auf 6765,25 Punkte und machte damit die Erholung nach dem Kurseinbruch vor zwei Wochen weitgehend zunichte. Der europäische Stoxx 50 sank um drei Prozent, und der US-Index S&P 500 gab bis zum Abend um fast zwei Prozent nach.