Das war jüngst die Nachricht, die unter New Yorker Lokalreportern auf den Stufen der City Hall, der Stadtverwaltung von Big Apple, heiß gehandelt wurde. Das Polizeipräsidium wollte das Gerücht weder bestätigen noch dementieren. Ist es wirklich schon so weit, dass über solche Dinge ernsthaft geredet wird? Vor der Börse schwingen religiöse Protestler Schilder mit Aufschriften wie "Das Ende ist nah" oder "Jesus ist mit euch". Auf der Straße sitzen Bettler, die Passanten um Almosen bitten. Es sind sicher keine Scharen, die die Wall Street belagern. Aber Vergleiche der momentanen Krise mit der Großen Depression Anfang der 30er-Jahre drängen sich - zumindest was bestimmte äußerliche Merkmale betrifft - immer häufiger auf.
Tatsache ist: Wir befinden uns in der heikelsten wirtschaftlichen Phase seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Stadtkämmerer von New York räumte ein, dass in den kommenden zwei Jahren allein in der Finanzhochburg über 165.000 Jobs auf der Kippe stehen. Vor etwa zwei Monaten waren die Stadtoberen noch von der Hälfte ausgegangen.
How low can it go? Wie tief können die Kurse noch fallen, lautet eine der meistgestellten Fragen auf dem Börsenparkett in diesen Tagen. Von 6000 Punkten im Dow-Jones-Index, der am Donnerstag bei rund 8200 stand, gehen einige Prognosen aus. Das mag sehr negativ klingen. Doch wer hätte gedacht, dass Blue Chips binnen zwei Wochen über 20 Prozent verlieren würden - und das trotz des fulminanten Wochenstarts am vergangenen Montag. "Dow 6000", das klingt fast wie ein Schlachtruf und mag sich übertrieben anhören. Doch vergleicht man einmal das Kurs-Gewinn-Verhältnis der US-Standardwerte während der letzten schweren Börsenkrise in den 80er-Jahren mit dem in der aktuellen Situation, dann ist das exakt die Messlatte. Und damit wäre die aktuelle Bewertung der US-Unternehmen immer noch vergleichsweise hoch.
Jens Korte schreibt als Wall-Street-Korrespondent für die FTD.