Inzwischen weltweit verbreitet und jetzt auch von Investoren entdeckt - stop. Twittern ist so direkt und schnell, das schlägt jede reguläre Nachrichtenseite im Internet. Zumindest wenn es um die Geschwindigkeit geht - stop. Muss diesen Text so gestückelt schreiben, weil der Service nur 140 Zeichen pro Tweet erlaubt. "Das sind die letzten 46 Zeichen, die ich darf" - stop. Für alle, die es noch nicht kennen: kostenlos kann jeder über Twitter erzählen, was er/sie gerade tut. Es wird zum Dialog eingeladen - stop. Und das dient Investoren? Ja!
Ein Beispiel: Jason will Geld am Immobilienmarkt in Florida anlegen. Über Twitter verfolgt er Tweets über - stop - potenzielle Verkäufer, die ihre Immobilie in Boca Raton nicht loswerden. Also sucht Jason sich lieber eine andere Gegend aus, puh! - stop. Auch immer mehr Daytrader setzen auf das "schnellste Medium der Welt". Ein riskantes Spiel. Denn viele Tweets bewegen sich - stop - im Rahmen von Gerüchten und teilweise sogar schlichter Falschmeldungen. Doch Twitter-Enthusiasten können zwischen den Zeilen lesen - stop.
Wenn etwa zippydpinhead - so sehen typische Benutzernamen bei Twitter aus - schreibt: "Ich liebe Katrinka, weil sie einen Pontiac fährt." Sollen Investoren für sich daraus ableiten, GM-Aktien zu kaufen. Und was ist mit PaigeInnes09: "Perfekter Start in den Tag. Aber Marlboro Lights kann ich nicht ausstehen." Also doch lieber die Philip-Morris-Aktie so schnell wie möglich abstoßen? Oder proserv: "Können wir Öl aus Algen melken."
Wenn das die Runde macht, wäre das natürlich fatal für die Ölindustrie. Und wenn xoxoGiGi tippt: "Habe gerade einen Ölfleck auf meinem brandneuen Marc-Jacobs-Outfit entdeckt. Oh Mann!", dann ist das auch nicht gerade eine beruhigende Nachricht für den Ölpreis. Doch es gibt auch richtig tiefgreifende Erkenntnisse für Investoren. Brocromanek schreibt: "Go, Baby, der Aktienmarkt ist positiv ins dritte Quartal gestartet. Doch wird das andauern? Heißer Sommer, kein Zweifel" - stop.
Jens Korte schreibt als Wall-Street-Korrespondent für die FTD.