Der Geschenkeshop der New York Stock Exchange lockt bereits mit "Monster Reductions". Alle Artikel werden mit einem Abschlag von 30 Prozent angeboten. Dazu gehören etwa Golfbälle mit NYSE-Emblem, T-Shirts oder der beliebte Wendeteddy. Je nach Bedarf kann die Handpuppe umgestülpt und in einen Bären verwandelt werden.
Es ist auch Zeit, Weihnachtskarten zu bestellen und Grüße an Freunde, Verwandte und Geschäftspartner zu verschicken. Unter www.depressingtimes.com können Hartgesottene Weihnachtskarten mit Motiven der Großen Depression bestellen. Eine Karte zeigt einen Mann, der sagt: "Je mehr ich trinke, desto weniger Gedanken mache ich mir darüber, dass wir unser Haus verloren haben. Have a Great Depression and a Subprime New Year." Auf einer anderen Karte backt eine Frau einen Kuchen: "Ich habe dir ein Geschenk gemacht, aber leider musste ich es verbrennen, um mich warm zu halten." Zehn Karten kosten 18,88 $.
Auch die New Yorker Modewelt hat reagiert. "Fashionistas" war bis vor Kurzem ein geflügeltes Wort. Gemeint waren Shopper, die ungeachtet der Preiszettel jeden Trend mitgemacht haben. Doch Fashionistas werden jetzt durch "Recessionistas" abgelöst. Das ist nach den "Stacations" in diesem Sommer, in Anlehnung an die Sommerferien in den eigenen vier Wänden, das neue Modewort.
Schicke Billigtasche
Als schick gilt, nicht mehr die Original-Designerhandtasche für 1235 $ zu kaufen, sondern die Billiganfertigung für 49,99 $. Selbst wenn die US-Börsen vereinzelt wieder Lebenszeichen von sich geben, die Konjunkturlage sieht wenig vielversprechend aus. Einzelhandelsexperten flüchten sich ebenfalls in Galgenhumor: Wir dürften das magerste Weihnachtsgeschäft erleben, seitdem die Beatles das letzte Mal in der Stadt waren, unken Analysten in New York.
Jens Korte schreibt als Wall-Street-Korrespondent für die FTD.