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Merken   Drucken   31.08.2010, 08:16 Schriftgröße: AAA

Wertpapierdepot: Gemächliches Umschichten steigert Börsenerfolg

Wer höhere Erträge erzielen will, sollte sein Aktien- und Wertpapierdepot hin und wieder umschichten. Allerdings keinesfalls zu häufig. von Bernd Mikosch 
Wer sein Depot hin und wieder anpasst, erzielt höhere Erträge als ein Investor, der stur am einst gewählten Portfolio festhält. Zu viele Kauf- und Verkaufsaufträge sollten Anleger allerdings nicht aufgeben, sonst fressen die Transaktionskosten den Gewinn auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Schweizer Analysehauses Fundexplorer.
Fundexplorer-Chef Jakob Baur ging der Frage nach, wann es sich lohnt, sein Depot wegen Kursänderungen am Aktien- und Rentenmarkt zu "rebalancieren", also das einmal gewählte Gewicht der Anlageklassen wiederherzustellen. Die Bankgebühren veranschlagte er mit einem Prozent des Vermögens pro Jahr, dazu kommen 0,15 Prozent pro Umschichtung und 0,35 Prozent Fondsgebühren - Baur plante mit billigen Indexfonds (ETFs).
Ein Anleger mit einem am Starttag ausgewogenen Depot (je 40 Prozent Aktien und Anleihen, je zehn Prozent Immobilien und Rohstoffe) kam auf Sicht von fünf Jahren demnach auf eine jährliche Rendite von 2,2 Prozent, wenn er sein Portfolio überhaupt nicht angepasst hat. Vier Anpassungen an die einst gewählte Gewichtung hätten gereicht, um die Jahresrendite auf vier Prozent fast zu verdoppeln. Optimal wäre es Baur zufolge gewesen, das "Rebalancing" dann zu starten, sobald sich die Aktien- oder Rentenquote um neun Prozentpunkte von der Ursprungsgewichtung entfernt hat - egal in welche Richtung.
Bei einem konservativen Depot mit nur 20 Prozent Aktien hätten sogar zwei Umschichtungen gereicht, um die optimale Jahresrendite von 3,7 Prozent zu erreichen. Ohne Neuausrichtung hätte das Ergebnis nur bei 1,7 Prozent gelegen. Baur zufolge schichten viele Vermögensverwalter das Depot ihrer Kunden schon bei fünf Prozent Abweichung um - viel zu früh. Im Fall des konservativen Anlegers wäre ein Eingreifen erst bei 12,5 Prozent Abweichung nötig gewesen.
"Zu häufiges Umschichten des Depots und zu frühzeitiges Anpassen der Abweichung der effektiven von der strategischen Vermögensallokation verringert die Portfoliorendite", schreibt Baur. Damit bestätigt er eine alte Börsenweisheit: Hin und Her macht Taschen leer.
  • FTD.de, 31.08.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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