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Merken   Drucken   20.09.2007, 13:30 Schriftgröße: AAA

Wirtschaft besorgt über Euro-Rally  

Die europäische Gemeinschaftswährung hat erneut eine Rekordmarke übersprungen. Erstmals seit ihrer Einführung 1999 stieg sie über die Marke von 1,40 $. Die Aufwertung gefährdet laut mehreren Wirtschaftsverbänden mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. von Tobias Bayer und Mark Schrörs (Frankfurt)
"Entscheidend ist nicht die symbolische Marke von 1,40 $, sondern der allgemeine Trend. Der Euro wird weiter zulegen, da die Zinsdifferenz zur USA abnimmt und Schwellenländer verstärkt im Euro-Raum investieren. Da Absicherungsgeschäfte neu verhandelt werden müssen, wird das die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen negativ beeinträchtigen", sagte Niels Oelgart, Leiter des Referats Geld und Währung beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der FTD-Online. Auch der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) äußerte sich besorgt: "Der starke Euro ist keine neue Situation für die deutschen Unternehmen. Im Gegensatz zu früher handelt es sich um eine stetige Aufwärtsbewegung, die besser planbar ist. Es ist aber unzweifelhaft, dass der starke Euro einen Gegenwind für das Exportgeschäft darstellt", sagte BGA-Präsident Anton Börner, der FTD-Online.
Bankenexperten unterstützen die These. "Mit dem Euro-Anstieg auf über 1,40 $ wird die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen gegenüber den USA und asiatischen Ländern, die ihre Währung an den Dollar geknüpft haben, weiter abnehmen. Zudem erschwert der angespannte Geldmarkt die Refinanzierung der Unternehmen", schrieb Riccardo Barbieri, Zinsstratege der Bank of America, in einem aktuellen Researchbericht.
Händler zahlten am Donnerstag bis zu 1,4065 $. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzwert am Vortag mit 1,3975 $ festgelegt. Nach der Zinssenkung durch die US-Notenbank (Fed) warteten Anleger nun mit Spannung auf Aussagen von Fed-Chef Ben Bernanke vor einem US-Kongressausschuss zur Lage auf den Finanzmärkten (16 Uhr MESZ).
Die US-Notenbank hatte am Dienstag ihren wichtigsten Leitzins um 50 Basispunkte auf 4,75 Prozent gesenkt, um die angespannten Kreditmärkte zu entlasten. Viele Analysten rechnen im Oktober mit einer weiteren Senkung auf 4,5 Prozent.

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  • Reuters, 20.09.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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