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Merken   Drucken   21.05.2011, 09:31 Schriftgröße: AAA

Wochenausblick: Anleger zittern Ende der lockeren Geldpolitik entgegen

Was passiert, wenn die US-Notenbank Ende Juni ihre Anleihekäufe auslaufen lässt? Riskante Anlageklassen wie Aktien oder Rohstoffe dürften unter Druck geraten, meinen Investmentstrategen. Die Börsenoptimisten geraten in die Defensive. von Bernd Mikosch, André Kühnlenz, Rolf Becker, Doris Grass, Thorsten Schröder
Die Quartalssaison ist gelaufen, wichtige Konjunkturdaten aus den USA stehen nicht an, die Marktteilnehmer richten den Blick auf das nächste Großereignis: Was passiert, wenn die US-Notenbank Fed aufhört, Anleihen aufzukaufen? Dem Aktienmarkt trauen die meisten Anlagestrategen keine großen Sprünge mehr zu - der jüngste Boom bei Börsengängen gilt etwa der US-Investmentbank Jefferies als Warnzeichen. Am Rohstoffmarkt glätten sich nach unruhigen Wochen langsam die Wogen.
Händler an der Rohstoffbörse in Chicago   Händler an der Rohstoffbörse in Chicago
Viele Anlagestrategen sind sich einig darin, dass das Ende der lockeren Geldpolitik in den USA die Rally der riskanten Anlageklassen bedroht. Als Vorboten könnten die jüngste Korrektur am Rohstoffmarkt und die Erholung des Dollar seit Anfang Mai gewertet werden.
Ende Juni hört die Fed auf, ihre Bilanz mit Wertpapierkäufen auszuweiten. Die Währungsstrategen von BNP Paribas erklären den Mechanismus hinter der bisherigen Rally so: US-Banken tauschen ihre Anleihen bei der Fed gegen Bargeld, das die Finanzinstitute anderen Investoren ausleihen. Ein Teil davon geht als Darlehen ins Ausland, wo Anleger die Dollar umtauschen und in Schwellenländeraktien, Rohstoffe oder Rohstoffwährungen investieren. Dies hatte dazu beigetragen, dass die US-Währung über Monate schwächelte.
Kursinformationen und Charts
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Allerdings dürfte sich das Ende des Anleiheaufkaufs, auch Quantative Easing (QE) genannt, nicht abrupt auswirken. "Die Fed wird dem Markt die Liquidität nicht auf einen Schlag entziehen", sagt Peter Cardillo, Marktökonom bei der New Yorker Investmentbank Avalon Partners. "Die Kreditvergabe von QE-Dollars an das Ausland schwächt sich bereits seit Ende 2010 ab", ergänzt BNP-Devisenstratege Ray Attrill. Er rechnet jedoch damit, dass riskantere Anlagen weniger gefragt sein werden und der Dollar unterstützt wird.
Scheuen Investoren das Risiko, profitieren die nach wie vor als sicherer Hafen geltenden US-Staatsanleihen. In der Tat waren zehnjährige Papiere zuletzt gefragt: Ihre Rendite sank seit Mitte April von 3,59 Prozent auf ein Tief von 3,12 Prozent in der vergangenen Woche. Die Strategen der Société Générale geben allerdings zu bedenken, dass die Fed als großer Anleihekäufer ab Juli ausfällt - was die Renditen nach oben schnellen lassen könnte. "Die Fed hat praktisch die gesamten Anleiheemissionen im ersten Halbjahr übernommen", schreiben die Strategen.

Teil 2: Weizen verteuert sich um acht Prozent

  • FTD.de, 21.05.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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