Kawano versteht sich als Diplomat, doch er ist eher ein Jäger verborgener Bodenschätze. Im Auftrag der Industrie verhandelt er mit Regierungsvertretern in Australien, Bolivien oder Kasachstan, er durchquert Afrika, begutachtet Minen, Salzseen und unzugängliche Gebirgsregionen.
Es geht um Öl, Gas und Kupfer - und zuletzt immer häufiger um die maßgeblichen Rohstoffe des 21. Jahrhunderts: Lithium, Neodym, Wolfram und andere seltene Metalle. Metalle, ohne die viele Hightechprodukte made in Japan undenkbar wären - und deren Rolle mit Anbruch des Elektrozeitalters künftig noch wichtiger wird.
Auch deshalb muss Kawano schnell sein. Denn längst sind es nicht mehr nur Regierungen und Rohstoffkonzerne, die Reviere abstecken. Neuerdings lassen auch Autohersteller und Technologieunternehmen nach seltenen Metallen graben. Sie knüpfen Netze aus Förder- und Versorgungsaufträgen, um sich den Nachschub zu sichern.
Für Aufsehen sorgte Ende Januar
Toyota . Der weltgrößte Autohersteller, führend im Elektroauto-Segment, kündigte an, mithilfe des staatlichen Rohstoffjägers Kawano eine Lithium-Mine in Argentinien zu eröffnen. Über die Tochterfirma Toyota Tsusho wollen die Japaner dort gemeinsam mit einem australischen Minenunternehmen Lithium abbauen. Der Konzern braucht den Rohstoff für Lithium-Ionen-Batterien, mit denen ab 2012 die neuen Prius-Modelle ausgestattet werden sollen. Versorgungsengpässe seien in den nächsten fünf Jahren zwar nicht zu erwarten. "Wenn man sich das aber über zehn Jahre anschaut, könnte es in der Versorgung sehr eng werden", sagt ein Toyota-Tsusho-Manager.