FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Marktberichte Rohstoffe » Dürre treibt Getreidepreise
Merken   Drucken   21.05.2012, 13:31 Schriftgröße: AAA

Agrarrohstoffe: Dürre treibt Getreidepreise

Trockenheit in weiten Teilen der Welt heizt die Getreidepreise an. Eine Umkehr des Trends ist nicht in Sicht, die Notierungen vor allem für Weizen steigen und steigen. Spekulanten werden auf dem falschen Fuß erwischt.
© Bild: 2010 Bloomberg
Trockenheit in weiten Teilen der Welt heizt die Getreidepreise an. Eine Umkehr des Trends ist nicht in Sicht, die Notierungen vor allem für Weizen steigen und steigen. Spekulanten werden auf dem falschen Fuß erwischt.

Trockenheit bedroht in weiten Teilen der Welt die Getreideernte - und treibt die Preise Ob Russland, USA - die beiden größten Weizenexporteure der Welt, Ukraine, Kasachstan oder Australien: Aus vielen Ländern gab es zuletzt Hiobsbotschaften. Die Erntesorgen sorgen für einen deutlichen Preisanstieg bei dem Rohstoff. Der Weizen-Lieferkontrakt für Juli kletterte am Montag mit 7,22 Dollar je Scheffel (35,2 Liter) auf den höchsten Stand seit September des vergangenen Jahres. Bereits in der vergangenen Woche war die Notierung um 16,5 Prozent angezogen.

Das war der höchste Wochengewinn seit fast fünf Jahren. Zuvor war der Weizenpreis in diesem Jahr allerdings deutlich gefallen, vor allem weil es Anzeichen für eine sehr gute Ernte gegeben hatte. Gedreht hatte sich die Entwicklung, als das US-Landwirtschaftsministerium am 10. Mai in seiner Voraussage wetterbedingt von einem Erntrerückgang ausgegangen war. In den US-Bundesstaaten Iowa, Illinois und Indiana, die für 40 Prozent der US- Weizenproduktionherrschen den siebten Monat in Folge überdurchschnittlich hohe Temperaturen - der längste Zeitraum seit 1895. Ähnliche Wettermeldungen gibt es aus Kansas, dem größten Weizenproduzenten der USA.

Verzögerungen wegen Trockenheit

Auch in anderen Regionen der Welt sorgt das Wetter für schlechtere Ernteaussichten. In Australien kommt es trockenheitsbedingt zu Verzögerungen bei der Weizenaussaat. Aus China gibt es Gerüchte über eine Dürreperiode. In der Ukraine wird dem Landwirtschaftsministerium zufolge die Wintergetreideernte im Vergleich zum Vorjahr von 23 Mio. auf 14 Mio. Tonnen sinken, davon etwa 12 Mio. Tonnen Weizen.

Das Moskauer Agrarforschungsinstitut Ikar rechnet damit, dass die russische Ernte in diesem Jahr um 2,7 Prozent niedriger ausfallen dürfte als noch im vergangenen Monat prognostiziert. Das Institut liegt mit seinen Erwartungen damit noch unter den Schätzungen der US-Landwirtschaftsbehörde.

Hinzu kommt, dass die Märkte auf die Nachrichten umgehend reagiert haben: Analyst Luke Mathews von der Commonwealth Bank of Australia macht aufgrund der Wetterfront einen großen Abbau von Short Positionen an den Chicagoer Rohstoffbörsen aus. Ähnlich argumentiert die Commerzbank. Die Spekulanten hätten ihre auf fallende Preise setzenden Positionen bis Mitte Mai noch einmal ausgebaut. Nun müssten sie angesichts der Nachrichtenlage ihre Short Positionen eindecken. Das treibe die Preise.

Experten rechnen mit einer Fortsetzung der Rally. Einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge erwarten 19 von 27 befragten Analysten in dieser Woche anziehende Notierungen. Sie machen neben den möglichen Angebotsengpässen auch eine steigende Nachfrage des zweitgrößten Weizenimporteurs der Welt, China, verantwortlich. Technische Analysten sehen ebenfalls weiteres Aufwärtspotenzial, weil die Erholung von den im Mai bei 5,92 Dollar erreichten Tiefständen noch nicht abgeschlossen sei.

Teil 2: Wie die Rohstoffe an der Börse gehandelt werden

  • FTD.de, 21.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Immobilien-Kompass
Immobilien-Kompass Deutschlands beste Wohnlagen

Preise, Mieten und Prognosen für Deutschlands Metropolen und Regionen mit detaillierten Übersichtskarten

Jetzt eigene Wohnlage prüfen

 
Anstatt FTD.de lese ich künftig ... Zum Ergebnis
Alle Umfragen
In eigener Sache
  • An Kiosks in der ganzen Republik hieß es am letzten Erscheinungstag der FTD: Zeitung vergriffen! Der Hype um die Schlussausgabe trieb merkwürdige Blüten. Der Verlag druckte 30.000 Exemplare nach. Wer keines abbekam - bestellen ist möglich. mehr

  •  
  • blättern
Zwischen Leben und Arbeiten
Work-Life-Balance

Die FTD hat zusammen mit dem GfK Verein die umfassendste bundesweite Studie zum Thema Work-Life-Balance veröffentlicht. Die Ergebnisse und mehr zum Thema finden Sie hier. Die Studie können Sie hier kaufen. mehr

Folgen Sie der FTD auf Twitter
Werden Sie Fan der FTD auf Facebook
  • Sie waren ein Herzstück der Zeitung und pointiert, scharf, teils brillant: Ihre Kolumnen, Leitartikel und Kommentare haben die FTD entscheidend geprägt. Zum letzten Mal: Unsere Kolumnisten sagen, was Sache ist. mehr

  •  
  • blättern
FINANZCHECK

mehr Finanzcheck

© 1999 - 2013 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbasierte Online Werbung | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Geldanlage | Altersvorsorge | Versicherung | Steuern | Arbeitsmarkt | Energiewende | Ökostrom | Auto | Quiz | IQ-Test | Allgemeinwissen | Solitär | Markensammler