Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Euro-Krise: Seit fünf Jahren geht das nun so, in denen so mancher Anleger beim Blick in sein Depot gleich um 20 Jahre gealtert sein dürfte. Freuen darf sich hingegen, wer sein Geld bereits zu Beginn der globalen Krisenstimmung in alternative Anlageklassen gesteckt hat. Das geht zumindest aus einer Studie der Deutschen Bank hervor, in der die Analysten eben jene Anlageklassen herausgesucht haben, mit denen Investoren seit 2007 am erfolgreichsten waren.
Startpunkt der Untersuchung: der 8. August 2007, als die französische Bank BNP Paribas drei Geldmarktfonds wegen starker Kapitalabflüsse einfrieren musste. Das Datum markiert nach Ansicht der Analysten das Startsignal für eine Ära, in der Anleger vom Risiko nichts wissen wollen. Die größten Gewinner dieser Zeit sind zum einen Mais und zum anderen Gold. Beide Rohstoffe brachten Anlegern über die vergangenen fünf Jahre je ein Plus von 144 Prozent ein. Dabei ist im Mais allerdings auch der starke Preisanstieg im Zuge der aktuellen Dürreperiode in den USA bereits enthalten.
Gold hat seinem Ruf als klassisches Kriseninvestment über die Jahre alle Ehre gemacht, dicht gefolgt von anderen Rohstoffen. So brachte Silber Investoren seit Mitte 2007 eine Wertentwicklung von 122 Prozent, Öl der Nordseesorte Brent kam immerhin auf ein Plus von 61 Prozent. Vor allem beim Edelmetall spielt die Währung jedoch auch eine Rolle. Das war beim Gold am Preisverfall in Dollar im ersten Halbjahr 2011 gut zu erkennen: In Euro gerechnet ließ sich kaum ein Einbruch feststellen. Der starke Dollar bewahrte Euro-Anleger vor größeren Verlusten.
Laut Vermögensverwaltern haben alternative Investments durch das Auf und Ab an Finanzmärkten an Bedeutung gewonnen: "Die vergangenen Jahre sind für viele Anleger ein böses Erwachen gewesen", sagte Navtej Nandra, Chef der internationalen Vermögensverwaltung bei der US-Investmentbank Morgan Stanley , der Financial Times. "Mittlerweile gibt es viel mehr Diskussionen über Gold, Silber, aber auch Agrarstoffe und Infrastrukturinvestments."
Neben den Rohstoffen haben Investoren zusätzlich von Unternehmensanleihen profitiert. Schuldverschreibungen von bonitätsstarken US-Industriekonzernen kommen in der Analyse der Deutschen Bank auf einen Wertzuwachs von 55 Prozent.
Im Gegensatz dazu hatten Anleger mit den Anteilsscheinen von Unternehmen seit Beginn der starken Marktschwankungen weniger Freude. Der beste Aktienindex zwischen Mitte 2007 und Mitte 2012 ist der britische FTSE 100 mit einem Plus von 15 Prozent, gefolgt vom brasilianischen Bovespa , der in dem Zeitraum zehn Prozent zulegte.