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Merken   Drucken   20.11.2008, 16:58 Schriftgröße: AAA

Angst vor Rezession: Ölpreis rutscht unter 50 Dollar  

Vor Kurzem schien ein Ölpreis jenseits von 200 $ denkbar. Jetzt ist er zeitweise unter 50 $ je Fass gefallen. Schuld ist die sich abzeichnende weltweite Rezession. Auch andere Rohstoffe verlieren kräftig. von Gregor Haake (Hamburg)
Der Ölpreis ist am Donnerstag unter die Marke von 50 $ gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Dezember-Auslieferung fiel zeitweise auf bis zu 49,91 $. Dies ist der niedrigste Stand seit Januar 2007. Händler begründeten den Preisrutsch mit der weltweiten Wirtschaftsflaute, die die Nachfrage nach Öl kräftig bremst. Noch im Sommer hatte das Fass Rohöl 147 $ gekostet. Im Handelsverlauf stieg der WTI-Preis wieder etwas und notierte bei 51,50 $.
Hintergrund des Ausverkaufs sind schlechte Wirtschaftsdaten aus den USA. So stieg die Zahl der Jobverluste auf den höchsten Stand seit 16 Jahren. Damals kam die US-Wirtschaft gerade aus der Rezession. Experten erwarten, dass sich der Arbeitsmarkt im kommenden Jahr noch schlechter entwickelt.
"Viele denken, der Konjunktureinbruch könnte schlimmer ausfallen als die Rezession während der großen Depression in den 1930er Jahren", sagte Analyst Toby Hassall von der Investmentfirma Commodity Warrants Australia in Sydney.
Auch der Preis für Kupfer ging zeitweise um 3,5 Prozent zurück. Ein wesentlicher Grund für den Preisverfall sind die enorm steigenden Lagerbestände. Nach Angaben der Londoner Metallbörse (LME) stiegen die gemeldeten Kupfer-Bestände um 1575 Tonnen auf 281.625 Tonnen. Damit sind die Vorräte wieder auf dem Niveau vom Februar 2004.
Auch Aluminium günstiger
Auch der Aluminiumpreis brach zeitweise um 2,7 Prozent ein. Die bei der LME gemeldeten Vorräte stiegen um 20.850 Tonnen auf über 1,72 Millionen Tonnen und waren damit so hoch wie seit Dezember 1994 nicht mehr. Aluminium wird vor allem in der Verpackungs- und in der Autoindustrie verwendet. Somit steigen vor allem auch die in Detroit - dem Sitz der US-Autogiganten GM, Ford und Chrysler - eingelagerten Bestände. Ebenfalls auf Talfahrt waren die Preise für Zink und Nickel.
Dagegen zogen die Preise für einige Edelmetalle zwischenzeitlich wieder an. Vor allem Gold war gefragt. Die Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte sich zeitweise um gut zwei Prozent auf 747 $. Analysten verwiesen darauf, dass Gold als Absicherung gegen die fallenden Aktienkurse gerne genommen werde.

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