FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Marktberichte Rohstoffe » Opec-Kürzung treibt Ölpreis an

Merken   Drucken   20.10.2008, 15:31 Schriftgröße: AAA

Ausverkauf bei den Rohstoffen: Opec-Kürzung treibt Ölpreis an  

Der spektakuläre Rutsch des Ölpreises ruft die Opec auf den Plan: Das Kartell wird aller Voraussicht nach am Freitag die Förderung deutlich zurückfahren. Trotzdem bleibt fraglich, ob das die Preise stabilisieren kann. Finanzinvestoren sind jedenfalls skeptisch. von Tobias Bayer (Frankfurt)
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) denkt darüber nach, ihre Förderung deutlich zurückzufahren. Dabei könne die Reduktion in zwei Schritten erfolgen, sagte Opec-Präsident Chakib Khelil am Sonntag im algerischen Staatsfernsehen. Einen Schritt könne es bei dem Opec-Sondertreffen am Freitag in Wien geben, einen weiteren etwas später. Insgesamt sieht das Kartell ein Überangebot von 2 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag. Der Ölpreis legte am Montag in New York um 2,6 Prozent auf 73,64 $ zu.
Die Organisation reagiert damit auf den raschen Preisverfall. Nachdem der Ölpreis noch am 21. Juli auf das Rekordhoch von 147,27 $ gestiegen war, brachen die Notierungen zwischenzeitlich auf unter 70 $ ein. Grund für die Baisse ist der Abschwung der Weltwirtschaft und die Kreditkrise, die viele Spekulanten wie Hedge-Fonds dazu zwingt, ihre Positionen aufzulösen. Im Zuge der Turbulenzen fiel die Ölnachfrage wesentlich geringer aus als erwartet. Hatte die Internationale Energieagentur zu Beginn des Jahres noch ein Nachfragewachstum von 2 Millionen Barrel täglich erwartet, musste sie die Prognose inzwischen deutlich zurücknehmen. Einige Experten wie das angesehen Centre for Global Energy Studies (CGES) rechnen sogar damit, dass die Nachfrage stagniert.
Von dem Abschwung ist die gesamte Vermögensklasse der Rohstoffe betroffen. Der Reuters-Jefferies-CRB-Rohstoffindex büßte seit Mittel Juli 34 Prozent seines Werts ein und notiert derzeit bei 283,17 Punkten. Ein wichtiger Indikator für die weitere Entwicklung des Sektors ist der Baltic Dry Index, der die Kosten der Verschiffung misst. Er fiel am Montag zum elften Mal in Folge und ging um 5,8 Prozent auf 1355 Punkte zurück.

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