Die europäische Schuldenkrise treibt die Anleger in Gold. Das gelbe Edelmetall erreichte in London und New York Rekordhochs. In London wurde die Feinunze (31,1 Gramm) bei bis zu 1262,47 $ gehandelt. Das waren 1,4 Prozent mehr als am Vortag. In New York kletterte der Terminpreis für Gold zur Lieferung im August bis zu ein Prozent auf zeitweise 1260,90 Dollar.
Der Goldpreis steuert 2010 auf den zehnten Jahreszuwachs in Folge zu. Eine so lange Rally gab es mindestens seit den 20er-Jahren nicht mehr. Das Edelmetall profitiert als sicherer Hafen von der Schuldenkrise Europas und den Inflationsängsten der Anleger. Sie fürchten, dass es Notenbanken wie der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank nicht gelingt, die enorme Liquidität wieder abzuschöpfen.
"Gold ist gegenüber Währungen eine alternative Anlageklasse. Es stellt eine perfekte Absicherung gegen die Gefahr einer Staatspleite dar", sagte Andrey Kryuchenkev, Analyst bei VTB Capital. "Der Preis könnte weiter steigen, wenn die Stimmung so bleibt."
Die angekündigten Bankenstresstests der EU, die das Vertrauen zwischen den Kreditinstituten wiederherstellen sollen, hätten für für Unruhe unter den Marktteilnehmern gesorgt und letztlich zu diesem Preisanstieg beigetragen, sagte Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Das zeige sich daran, dass der weltgrößte börsennotierte Goldfonds, der SPDR Gold Trust, Zuflüsse in Höhe von zwei Tonnen verzeichnete. Es sind die ersten Zuflüsse seit gut einer Woche.