Die Staatsschuldenkrise in Europa eskaliert, auch die USA kriegen ihre Finanzen nicht in den Griff. Und kaum ein Tag vergeht, an dem es nicht Schreckensmeldungen über den Zustand der internationalen Bankenbranche gibt. Anleger suchen verzweifelt Alternativen für ihre Geldanlage - wenn sie sich denn überhaupt noch an den Finanzmarkt trauen.
Die Antwort war in den vergangenen Monaten häufig immer dieselbe: Gold . Zwar ist das Edelmetall von seinem Anfang September erreichten Rekordhoch von mehr als 1900 Dollar zurückgefallen. Zuletzt aber ging es für die Notierung wieder kräftig nach oben. Derzeit kostet eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) 1767 Dollar.
Daten aus Indien hatten ein Signal für einen weiteren Preisanstieg vermittelt. Der am Montag veröffentlichte Index für die Großhandelspreise in dem asiatischen Land, der als Inflationsindikator angesehen wird, zeigte einen Stand von 9,73 Prozent. Der Index blieb damit den elften Monat in Folge über der Marke von 9 Prozent, die Experten als wichtig betrachten.
Analysten der Commerzbank schreiben deshalb: "Dies dürfte die Goldkäufe in Indien, dem weltweit größten Goldkonsumenten, weiter anheizen. Zudem steht der Beginn der Hochzeitssaison unmittelbar bevor, während der traditionell viel Gold verschenkt wird." Experten von Barclays rechnen bis zum Jahresende mit einem Preisanstieg bis auf 1875 Dollar.
Dennoch warnen Kritiker, dass hinter dem Goldanstieg eine Blase stecken könnte, die jederzeit platzen könne. Und diese haben jetzt Wasser auf ihre Mühlen bekommen. Denn der bekennende Goldfan, Hedge-Fonds-Star John Paulson , hat sein Engagement in einem Fonds abgebaut. Paulson hatte sich im Laufe des dritten Quartals von 36 Prozent seiner Anteile am weltgrößten börsengehandelten Goldfonds SPDR Gold Trust getrennt.
Dies geht aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht hervor. Ende September hatte sein Investment in dem Spider genannten ETF noch einen Wert von 3,2 Mrd. Dollar, somit also - in aktuellen Marktpreisen gemessen - Edelmetall im Volumen von 1,94 Mrd. Dollar verkauft. Er folgt einem anderen bekannten Hedgefondsmanager: George Soros trennte sich im ersten Quartal von Goldbeständen in Höhe von 800 Mio. Dollar. Dabei sprach er von der "ultimativen Blase".
Teil 2: Analysten aufgeschreckt