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14.04.2011, 13:32
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Edelmetallhausse:
Silber nimmt Anlauf auf uralte Rekordmarke
Nachdem die Silberblase der Brüder Hunt 1980 platzte, war aus dem Silbermarkt für drei Jahrzehnte die Luft raus. Inzwischen ist das Edelmetall nur noch rund zehn Dollar vom damaligen Hoch entfernt - und es sieht nicht danach aus, als steckten diesmal Spekulanten dahinter.
von Doris Grass
Silber hat in diesen Tagen zum ersten Mal seit 31 Jahren die Marke von 40 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) überwunden - und ein Ende der Hausse ist nicht in Sicht. Das Edelmetall verteuerte sich seit Jahresanfang um 25 Prozent. Binnen Jahresfrist liegt das Plus sogar bei 88 Prozent, deutlich höher als bei Gold oder den Platinmetallen. Anders als Gold hat
Silber zwar noch kein Rekordniveau erreicht, doch bis dahin fehlt nicht mehr viel. "Für viele scheinen die 50 Dollar ausgemachte Sache zu sein", schreiben die Experten des auf Rohstoffe spezialisierten Vermögensverwalters Tiberius Asset Management. Auf diesem Niveau liegt das nominale Hoch aus dem Jahr 1980.
Große Investorennachfrage treibt den Silberpreis in die Höhe
Damals hatten die amerikanischen Gebrüder Hunt den Silbermarkt manipuliert. Seit Mitte der 1970er-Jahre hatten die Hunts und ihre Partner circa 150 Millionen Unzen (rund 5000 Tonnen) physisches Silber sowie weitere 200 Millionen Unzen an der Warenterminbörse Comex in New York aufgekauft und den Silberpreis mit diesen Spekulationen von 2 auf 50,35 Dollar je Unze hochgetrieben. 1980 brach die Spekulation nach einem Eingreifen der Regulierungsbehörde zusammen, und die Gebrüder Hunt gingen bankrott.
Anders als damals wird Silber derzeit aber nicht von kurzfristig orientierten Spekulanten getrieben. Im Gegenteil: Sie führten ihre Engagements nach Zahlen der US-Terminmarktaufsicht zuletzt sogar zurück. "Ein Großteil der Kursgewinne ist eindeutig auf das Engagement von Investoren und nicht auf industrielle Nachfrage zurückzuführen", sagt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Leiter Marketing und Sales beim Metallhandelshaus Heraeus. Silber gilt bei der Geldanlage als Allzweckwaffe und profitiert von seinem Ruf als wertbeständiges Edelmetall in Zeiten steigender Inflation und ungelöster Schuldenprobleme in der Euro-Peripherie. "Außerdem ist Silber optisch gesehen das billigste Edelmetall und es hat sein Allzeithoch im Gegensatz zu Gold noch nicht gesehen" , ergänzt Wrzesniok-Roßbach. Die Unze Gold kostet derzeit 1460 Dollar.
Kursinformationen und Charts
Investoren haben seinen Angaben zufolge im vergangenen Jahr allein in physischer Form 8700 Tonnen Silber gekauft, davon 3150 Tonnen in Münzen und 1700 Tonnen in Barren. Die US-Prägeanstalt meldete für das erste Quartal 2011 einen Rekordabsatz von 12,4 Millionen Unzen. Die Zulassung von Gold- und Silbermünzen als gesetzliches Zahlungsmittel im US-Bundesstaat Utah trug mit zur wachsenden Beliebtheit des Edelmetalls bei.
Andere Bundesstaaten erwägen nachzuziehen. Daneben erwarben Anleger noch weitere 5500 Tonnen in nicht physischer Form als Käufe auf Metallkonten oder über Zertifikate, Optionsscheine und andere, nicht physisch unterlegte Wertpapiere.
Teil 2: Zittern vor der Zinserhöhung
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Aus der FTD vom 14.04.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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