Verschmutzungsrechte für den Ausstoß von Treibhausgasen haben sich am Dienstag um mehr als 30 Prozent verteuert. Emissionszertifikate zur Lieferung in einem Jahr kosteten an der Londoner Terminwarenbörse ICE Futures Europe in der Spitze 9,75 Euro. Anlass für den Kurssprung war eine Abstimmung des Umweltausschusses im EU-Parlament. Die Abgeordneten sprachen sich dafür aus, das Angebot an verfügbaren Verschmutzungsrechten bis 2020 um bis zu 1,4 Milliarden Zertifikate zu kürzen. Das entspräche einem Minus von rund einem Zehntel der bislang eingeplanten Menge.
Hintergrund ist der seit Monaten anhaltende Preisverfall am Emissionshandelsmarkt. In der vergangenen Woche war der Kurs des meistgehandelten CO2-Terminkontrakts auf ein Rekordtief von 6,30 Euro gefallen. Damit schwindet der Anreiz für Unternehmen, ihren Ausstoß an Treibhausgasen zu verringern, um Kosten zu sparen. Grund für den Kursrutsch ist das große Angebot an Emissionszertifikaten in Kombination mit der Konjunkturabkühlung. Die Unternehmen stellen sich darauf ein, dass mit der Industrieproduktion auch der Co2-Ausstoß und damit der Bedarf an Verschmutzungsrechten zurückgeht.
Zwar sehen die Klimaschutzbeschlüsse der EU bereits vor, die Zahl der derzeit rund 2 Milliarden Emissionszertifikate ab 2013 jährlich um rund 37 Millionen zu senken. Der Umweltausschuss hält das für unzureichend. Seine Mitglieder fordern eine Verminderung um rund 48 Millionen Zertifikate pro Jahr.