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Merken   Drucken   28.09.2011, 17:59 Schriftgröße: AAA

Krisenangst vs. Abschwungssorgen: Preisdifferenz zwischen Gold und Platin so hoch wie nie

Gold-Besitzer brauchen angesichts des Preisverfalls der vergangenen Tage starke Nerven - auch wenn Käufer von Barren und Münzen den Kurs wieder stützen. Der Wunsch nach Absicherung bei gleichzeitigen Konjunktursorgen führt zu einigen Kuriositäten.
© Bild: 2011 Reuters/LISI NIESNER
Gold-Besitzer brauchen angesichts des Preisverfalls der vergangenen Tage starke Nerven - auch wenn Käufer von Barren und Münzen den Kurs wieder stützen. Der Wunsch nach Absicherung bei gleichzeitigen Konjunktursorgen führt zu einigen Kuriositäten. von Frank Bremser 
Die Differenz zwischen dem Platin-Preis und der Gold-Notierung ist auf 100 Dollar angestiegen. Das ist Reuters zufolge der höchste jemals in absoluten Zahlen festgestellte Wert. Platin  kostet normalerweise mehr als Gold. Da es aber jedoch anders als das gelbe Edelmetall vor allem als Industrierohstoff wahrgenommen wird, leidet die Notierung derzeit stark unter den Rezessionsängsten.
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Die Gold-Platin-Rate, also die Menge an Platin-Unzen (31,1 Gramm), die gebraucht wird, um eine Unze Gold zu kaufen, liegt bei 1,06. Das ist der höchste Wert seit 1991. Mehr als die Hälfte der Platin-Nachfrage kommt aus der Industrie, während Gold fast ausschließlich zur Schmuckherstellung genutzt wird. Anfang August waren Gold und Platin erstmals seit zweieinhalb Jahren gleich teuer.
Käufer erwerben derzeit vor allem physisches Gold. Der Aufpreis, der am Markt für Goldbarren zur direkten Auslieferung bezahlt wird, steigt deshalb deutlich an. Das Premium zum Spotpreis  liegt nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters in Hongkong bei gut 3 Dollar, in Singapur bei 2 Dollar. Das ist der höchste Aufpreis seit Februar. In Indien beträgt der Wert ebenfalls 3 Dollar, der höchste Stand seit einem Jahr.
Vor allem Juweliere und Spekulanten nutzten die derzeitige Preisschwäche, um sich einzudecken. "Der starke Preisrückgang von Gold der vergangenen Tage wird offensichtlich zu verstärkten physischen Goldkäufen genutzt. Insbesondere aus Indien, wo die Feiertagssaison unmittelbar bevorsteht, wird eine hohe Nachfrage gemeldet", schreiben dazu die Analysten der Commerzbank. Reuters zitiert einen Hongkonger Barrenhändler mit den Worten: "Wir haben keine Goldvorräte mehr."
In der Vergangenheit hat es immer wieder Meldungen über Lieferengpässe bei physischem Gold gegeben. So sind bei einigen Prägeanstalten verschiedene Goldmünzen ausverkauft. Händler berichteten zeitweise davon, dass vor allem kleinere Barrengrößen nicht mehr erhältlich seien.

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  • FTD.de, 28.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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