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Merken   Drucken   11.02.2009, 10:31 Schriftgröße: AAA

Krisenfolgen: Ölnachfrage bricht ein  

Die weltweite Wirtschaftskrise hinterlässt deutliche Spuren: Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur wird der Bedarf an Öl 2009 deutlich stärker schrumpfen als bisher vermutet. Der Preis für US-Öl verharrte unter 38 $.
Die weltweite Nachfrage nach Öl wird 2009 aufgrund des massiven wirtschaftlichen Abschwungs weit mehr zurückgehen als bislang erwartet. Das schreibt die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht.
Demnach wird die Nachfrage in diesem Jahr um 980.000 Barrel pro Tag auf 84,7 Millionen Barrel fallen. Die Agentur war zuvor von einem Rückgang um 500.000 Barrel pro Tag ausgegangen.
Die Nachfrage wäre damit 1,4 Millionen Barrel pro Tag niedriger als im Jahr 2007 - bevor der rapide Anstieg der Rohölpreise sowie der starke wirtschaftliche Abschwung begannen, die Nachfrage zu dämpfen.
"Die Zunahme der Nachfrage um über 1 Prozent ist verflogen, erst nach dem Preisanstieg und seit kurzem durch die sich verschärfende Finanz- und Wirtschaftskrise", schreiben die Experten, die 28 Industrienationen beraten.
Der Ölpreis hatte im Juli 2008 bei 147,27 $ pro Barrel (159 Liter) seinen Höhepunkt erreicht. Seitdem ist er aufgrund der stark gesunkenen Nachfrage auf unter 38 $ eingebrochen. Allerdings legte er am Mittwoch leicht zu. Gründe waren ein gesunkenes Angebot in den USA und die Aussicht auf eine geringere Förderung in den Staaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec). Das Fass US-Öl WTI verteuerte sich um 0,9 Prozent auf 37,88 $, Nordsee-Öl der Sorte Brent notierte 0,3 Prozent höher bei 44,73 $.
Die IEA begründete ihre geänderte Prognose mit den ebenfalls nach unten korrigierten Erwartungen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Dieser geht für 2009 nur noch von einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent aus.
"Die kontinuierlichen - und dramatischen - Korrekturen der letzten Monate unterstreichen die extreme Schwäche der Weltwirtschaft; die Verlangsamung der industriellen Aktivität und des Konsums sind die unvermeidbaren Folgen der Kernschmelze im Finanzsystem", so die IEA.

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  • Reuters, 11.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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