Schwieriger MarktDer FAO-Experte Abdolreza Abbassian weist darauf hin, dass gerade der Reismarkt sehr empfindlich sei. "Wenn der Preis steigt, dann schlägt er alle anderen Märkte, weil es nur wenige Exporteure gibt", sagte Abbassian der Nachrichtenagentur Bloomberg. In den beiden wichtigsten Exportländern Thailand und Vietnam droht die Produktion in diesem Jahr zurückzugehen: Die Ernte in Thailand werde in der aktuellen Saison voraussichtlich um 1,6 Prozent auf 31,7 Millionen Tonnen schrumpfen, teilten die Behörden des Landes am Donnerstag mit. Auch in Vietnam wird ein leichter Rückgang der Jahresernte erwartet, von 39,99 Millionen auf 39,75 Millionen Tonnen.
Um trotz wachsender Weltbevölkerung den weiteren Anstieg der Lebensmittelpreise zu bremsen, ist nach Einschätzung der Weltbank eine verstärkte Unterstützung der Bauern in Afrika notwendig. "Wir brauchen mehr Investitionen in Afrika, weil sich dort mehr als 50 Prozent der landwirtschaftlich bestellbaren Fläche befinden", sagte Ngozi Okonjo-Iweala, die als eine von drei Managing Directors zur Führungsspitze der Weltbank gehört, auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.
Eine schärfere Regulierung von Rohstoffspekulanten hält die Nigerianerin dagegen für weniger dringlich. "Wir müssen uns vor übertriebener Regulierung in Acht nehmen. Wir brauchen eine gewisse Überwachung, aber keine harte Hand." Für eine schärfere Regulierung der Rohstoffmärkte macht sich unter anderem der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy stark, der das Thema ganz oben auf das Arbeitsprogramm der Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) gesetzt hat. Frankreich führt dort in diesem Jahr den Vorsitz.