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Merken   Drucken   26.10.2010, 18:34 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Echtes Silber als Auslaufmodell

Ein schrittweiser Abschied vom echten Silberling: Der Bund gibt die letzten 10-Euro-Gedenkmünzen mit hohem Rohstoffanteil heraus. Ab kommendem Jahr sinkt der Edelmetallanteil drastisch. von Martin Reim
Die silberne Sondermünze "FIS-Alpine-Ski-WM"   Die silberne Sondermünze "FIS-Alpine-Ski-WM"
Wer auf steigende Silberpreise setzt, sollte jetzt seine Bankfiliale aufsuchen. Dort sind zwei neue 10-Euro-Münzen des Bundes erhältlich, die in einer Auflage von jeweils maximal zwei Millionen Stück auf den Markt kommen. Es ist ein besonderes Hartgeld: Es sind die letzten Prägungen mit einem hohen Silbergehalt. Denn wegen gestiegener Rohstoffpreise wird der Silberanteil ab 2011 sinken, zugleich werden die Münzen rund ein Zehntel weniger wiegen. Im Ergebnis bekommen Käufer von Gedenkmünzen ab dem kommenden Jahr 40 Prozent weniger Silber als bislang.
Die Ausgabe der Geldstücke gleicht einer Hauruck-Aktion. Ursprünglich wollte das Bundesfinanzministerium die Münzen erst am 11. und 25. November ausgeben. Am Freitag gab das Ministerium jedoch überraschend bekannt, dass beide Emissionen auf den 26. Oktober vorgezogen werden.
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Grund dafür ist der stark gestiegene Silberpreis  in den vergangenen Monaten. Das hat dazu geführt, dass der Materialwert je Münze mit gut 9 Euro schon sehr nah an den Nennwert herangerückt ist. Rechnet man die Kosten für das Prägen und Verteilen dazu, könnte die Produktion rasch zum Verlustgeschäft werden.
Die neuen Münzen erinnern zum einen an die kommende alpine Skiweltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen im Februar 2011 und an das diesjährige 175. Jubiläum der ersten Eisenbahn in Deutschland. Für Käufer sind die Geldstücke aber nicht deshalb attraktiv.
Steigt der Silberpreis, könnte der Materialwert den Nennwert von 10 Euro schon bald übersteigen. Falls die Rohstoffnotierung jedoch sinkt, können die Besitzer die Münzen jederzeit zum Nennwert abgeben. Denn sie gelten als gesetzliches Zahlungsmittel.
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Das bedeutet zwar nicht, dass Privatleute sie in jedem Fall annehmen müssen, doch zumindest die Bundesbank ist zur Einlösung verpflichtet.
Die Münzen bieten darüber hinaus noch einen Steuervorteil gegenüber anderen Investments in physisches Silber: Bei den Silberstücken des Bundes ist der Kauf steuerfrei. Münzen hingegen, deren aufgeprägter Wert vom Verkaufspreis abweicht, sind der Mehrwertsteuer von sieben Prozent unterworfen.
Erhältlich sind die Stücke bei Kreditinstituten und bei Filialen der Bundesbank. In deren Zweigstellen müssen die Käufer beispielsweise persönlich erscheinen und bar bezahlen. Allerdings ist keineswegs sicher, dass alle Interessenten zum Zuge kommen.
Umfragen der FTD unter Banken zeigen, dass selbst für gute Stammkunden vorab keine Reservierungen möglich waren. Denn die Nachfrage ist hoch, gleichzeitig steht den Banken nur ein geringes Kontingent zu. Viele Banken beschränken daher auch den Verkauf auf wenige Exemplare pro Person. Große Summen werden Anleger bei der anstehenden Emission daher wohl nicht investieren können.
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  • FTD.de, 26.10.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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