Was verstehen Sie von Gold?
Die anhaltende Schuldenkrise lässt Anleger weltweit nach dem Edelmetall greifen. Gold gilt als sicherer Hafen in Krisenzeiten - und jagt von Rekord zu Rekord. Testen Sie Ihr Goldwissen!
Wie hoch notierte das gelbe Edelmetall in der Spitze pro Feinunze?
Es mag gute Gründe für Goldinvestments geben. So hat sich das Edelmetall als Krisenwährung bewährt - kollabiert das Finanzsystem, rettet Gold zumindest einen Teil des Vermögens. Auf keinen Fall aber sollte es einen zu großen Teil des Portfolios ausmachen. "Solange die Märkte verunsichert bleiben, kann Gold im Depot risikomindernd wirken", sagt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Geschäftskunden bei der Deutschen Bank.
"Dennoch sollten Anleger jetzt nicht der Versuchung nachgeben, große Teile ihres Vermögens in Gold umzuschichten. Denn wenn die Krisenstimmung nachlässt, kann der Goldpreis auch wieder kräftig zurückgehen." Stephan empfiehlt Gold nur als Beimischung im Depot.
Analysten der US-Großbank Wells Fargo warnten vergangene Woche davor, am Goldmarkt habe sich eine Blase gebildet, die zu zerplatzen drohe. "Wir haben die wirtschaftlichen Schäden von Blasen in der Vergangenheit gesehen und fühlen uns dazu genötigt, die Alarmglocken zu läuten", schrieb ein Team um den Chefstrategen Dean Junkans.
Jürgen Meyer, Fondsmanager beim Investmenthaus SEB Asset Management, erinnert an ein grundsätzliches Problem, das bei Edelmetallen als Geldanlage auftritt: "Anders als Aktien generieren sie keinen Ertrag. Im Gegenteil: Die Lagerung verursacht Kosten." Daher seien die Käufer darauf angewiesen, in Zukunft einen Abnehmer zu finden, der noch höhere Preise bezahlen will. "Nicht auszuschließen - es finden sich ja auch heute Liebhaber. Aber was wenn nicht? Der Edelmetallmarkt trägt alle Merkmale eines Schneeballsystems."