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Merken   Drucken   22.08.2011, 10:50 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Preisblase bei Gold droht

Der Goldpreis steigt und steigt. Anlageexperten schlagen bereits Alarm - und warnen vor einer Preisblase.
© Bild: 2011 reuters
Der Goldpreis steigt und steigt. Anlageexperten schlagen bereits Alarm - und warnen vor einer Preisblase. von Bernd Mikosch 
Gold  eilt von Rekord zu Rekord - und zieht immer mehr Privatanleger an. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Preis verdreifacht, seit Jahresbeginn ist das Edelmetall um rund ein Drittel teurer geworden. Die Rally birgt Investmentexperten zufolge aber ein Problem: Anleger laufen Gefahr, die tatsächlichen Risiken auszublenden, die mit Gold verbunden sind.
Glaubt man dem Handelshaus Pro Aurum, haben die Deutschen angesichts immer neuer Krisennachrichten längst begonnen, Gold zu horten. "Wir leben derzeit von der Hand in den Mund: Wenn neue Ware reinkommt, wird diese sofort wieder verkauft", sagt Pro-Aurum-Geschäftsführer Robert Hartmann. Auf die beliebteste Münze, den Krügerrand, müssten Kunden inzwischen bis zu zehn Tage warten. Gut fünf Prozent der Kunden berichteten sogar, sie hätten ihre Lebensversicherung gekündigt, um mit dem Erlös Gold zu kaufen.
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Es mag gute Gründe für Goldinvestments geben. So hat sich das Edelmetall als Krisenwährung bewährt - kollabiert das Finanzsystem, rettet Gold zumindest einen Teil des Vermögens. Auf keinen Fall aber sollte es einen zu großen Teil des Portfolios ausmachen. "Solange die Märkte verunsichert bleiben, kann Gold im Depot risikomindernd wirken", sagt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Geschäftskunden bei der Deutschen Bank.
"Dennoch sollten Anleger jetzt nicht der Versuchung nachgeben, große Teile ihres Vermögens in Gold umzuschichten. Denn wenn die Krisenstimmung nachlässt, kann der Goldpreis auch wieder kräftig zurückgehen." Stephan empfiehlt Gold nur als Beimischung im Depot.
Analysten der US-Großbank Wells Fargo warnten vergangene Woche davor, am Goldmarkt habe sich eine Blase gebildet, die zu zerplatzen drohe. "Wir haben die wirtschaftlichen Schäden von Blasen in der Vergangenheit gesehen und fühlen uns dazu genötigt, die Alarmglocken zu läuten", schrieb ein Team um den Chefstrategen Dean Junkans.
Jürgen Meyer, Fondsmanager beim Investmenthaus SEB Asset Management, erinnert an ein grundsätzliches Problem, das bei Edelmetallen als Geldanlage auftritt: "Anders als Aktien generieren sie keinen Ertrag. Im Gegenteil: Die Lagerung verursacht Kosten." Daher seien die Käufer darauf angewiesen, in Zukunft einen Abnehmer zu finden, der noch höhere Preise bezahlen will. "Nicht auszuschließen - es finden sich ja auch heute Liebhaber. Aber was wenn nicht? Der Edelmetallmarkt trägt alle Merkmale eines Schneeballsystems."

Teil 2: "Gold wird nicht knapp"

  • FTD.de, 22.08.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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