Der gerade vorgestellte Commodity Curve Index Energy Light Fund bildet einen von JP Morgan berechneten Index ab, in dem Energierohstoffe höchstens 33 Prozent ausmachen. Insgesamt wird in 35 Rohstoffe investiert, bei traditionellen Indizes sind es meist nicht mehr als 24. Außerdem fließt das Geld in Terminkontrakte mit verschiedenen Laufzeiten, während viele andere Rohstofffonds nur den nächstfälligen Kontrakt kaufen. "Damit erfassen wir besser die Trends, die den breiten Rohstoffmärkten zugrunde liegen", sagt Lawrence Eagles, Chef der JP-Morgan-Rohstoffanalyse.
Der Fonds ist ein weiterer Versuch, herkömmliche Rohstoffindizes zu optimieren. Ähnliche Ansätze gibt es unter anderem von Goldman Sachs (GSCI Dynamic), UBS (CMCI) und Royal Bank of Scotland (Rici Enhanced). Investierbare Indizes scheitern immer wieder daran, die Bewegungen am Rohstoffmarkt präzise abzubilden. Schuld daran sind sogenannte Rolleffekte: Der Indexanbieter muss immer wieder Terminkontrakte kurz vor Fälligkeit verkaufen und Futures mit längerer Laufzeit kaufen, schließlich ist er nicht an einer Auslieferung des Rohstoffs interessiert. Durch dieses "Rollen" entstehen Verluste, wenn der länger laufende Terminkontrakt teurer ist als der aktuelle. Auch Rollgewinne sind möglich, aber seltener.
Deutlich werden die Auswirkungen am Beispiel des Goldman Sachs Commodity Index: Ohne Berücksichtigung der Rolleffekte hat der Index in den vergangenen fünf Jahren 58,2 Prozent gewonnen, mit Rolleffekten dagegen 7,3 Prozent verloren.
"Anleger müssen wissen, dass sich die Dynamic-Indizes nicht immer besser entwickeln als das Original", sagt Jörg Kukies, Derivatechef bei Goldman Sachs in Frankfurt. "Rolleffekte lassen sich bei einem Investment in Futures immer nur minimieren, aber nie ausschließen", ergänzt UBS-Zertifikateexperte Marcel Langer. Die CMCI-Indizes aus seinem Haus investieren ebenfalls in Kontrakte verschiedener Laufzeiten. Die Rici-Enhanced-Indizes berücksichtigen auch saisonale Schwankungen.
Für den soeben aufgelegten JP-Morgan-Fonds (ISIN FR0010689869) fällt eine jährliche Verwaltungsgebühr von maximal 1,8 Prozent an.