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06.01.2009, 13:13
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Rohstoffpreise reizen zum Einstieg
Nach den heftigen Kursverlusten im vergangenen Jahr wittern Anleger Chancen auf eine Erholung am Rohstoffmarkt. Doch die Eigenheiten des Terminmarkts sorgen dafür, dass sich derzeit nur bei rasant steigenden Notierungen Geld verdienen lässt.
von Bernd Mikosch
Gemessen am Rohstoffindex CRB hat die Anlageklasse im vergangenen Jahr 35 Prozent an Wert verloren. Der Stand des S&P GSCI hat sich sogar fast halbiert, was vor allem an der höheren Gewichtung der Energierohstoffe liegt. Inzwischen sehen viele Experten Erholungspotenzial. "Wir gehen davon aus, dass die Rohstoffmärkte in diesem Jahr trotz der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise eine positive Preisentwicklung zeigen werden", so die Analysten der Commerzbank. "Wir nähern uns dem Boden", schreiben die Rohstoffexperten von Credit Suisse in ihrem Jahresausblick. Ihre Kollegen von der DZ Bank rechnen erst für das dritte Quartal mit einer Wiederbelebung, erwarten aber insgesamt ein "versöhnliches" Rohstoffjahr 2009.
Anleger müssen bei Rohstoffinvestments allerdings einige Besonderheiten beachten. Der wichtigste Punkt sind mögliche Rollverluste. Der Indexanbieter muss regelmäßig auslaufende Terminkontrakte (Futures) verkaufen und dafür länger laufende Papiere erwerben, sonst würde er tonnenweise Öl oder Kupfer geliefert bekommen. Dieses sogenannte Rollen führt zu Verlusten, wenn der nächste Future mehr kostet als der aktuelle.
Gewichtung einzelner Rohstoffklassen bei ausgewählten Indizes
Extrem ist die Situation derzeit beim US-Rohöl WTI. "Der im März fällige Future kostet derzeit acht Prozent mehr als der Februar-Kontrakt - entsprechend hoch fällt der Verlust beim Rollen aus", sagt Jochen Fischer vom Derivateteam bei Goldman Sachs in Frankfurt. Mit einem normalen Ölzertifikat machen Anleger auf Sicht von einem Monat also nur einen Gewinn, wenn der Ölpreis um mehr als acht Prozent steigt. "Wer jetzt investiert, muss mit einem signifikanten Anstieg rechnen", sagt Fischer.
Er hat für die wichtigsten GSCI-Rohstoffe untersucht, wie groß die Rollverluste sind. Bleiben sie so hoch wie derzeit, was als unwahrscheinlich gilt, summiert sich der Rollverlust für den GSCI auf ein Jahr hochgerechnet auf rund 43 Prozent. In diesem Fall machen Anleger mit Papieren auf den GSCI erst dann Gewinn, wenn der Index 2009 um mehr als 43 Prozent zulegt.
Teil 2: Bei welchen Papieren Rolleffekte ein notwendiges Übel sind
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Aus der FTD vom 06.01.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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