Spezialmetalle werden im Internet als Anlage mit Zukunft empfohlen. Doch es ist Vorsicht geboten. Denn es gibt nur wenige seriöse Anbieter. von Daniela Leistikow
Technologiemetalle wie Germanium, Gallium oder Indium sind heiß begehrt: Ohne sie gäbe es keine Flachbildschirme und Touchscreens, Solarzellen und Leuchtdioden. Da diese Metalle auch noch relativ selten sind, liegt der Schluss nahe, dass die Preise in der Zukunft deutlich anziehen werden. Davon könnten auch Privatanleger profitieren, wollen Angebote im Internet Investoren glauben machen.
Vom monatlichen Sparplan über Einmalanlagen bis zu Einkaufsgemeinschaften reicht das Spektrum. Doch solche Investments sind schwer einzuschätzen, denn die Metalle werden nicht an Börsen gehandelt: "Bei den Preisnotierungen der Technologiemetalle gibt es leider wenig Transparenz", sagt Matthias Rüth, Geschäftsführer von Tradium, einem Händler von Spezialmetallen und seltenen Erden in Frankfurt. Preisspannen sind nur in kostenpflichtigen Datenbanken aufgeführt und für Industriekunden gedacht.
Wenn schon Metalle ...
Das bedeutet: Privatanleger können kaum nachvollziehen, ob ihnen faire Preise gestellt werden. So bietet die Schweizerische Metallhandels AG (SMH) den Warenkorb Schlüsselindustrien an, der neben Indium und Gallium auch Tellur, Tantal, Bismut und Hafnium enthält. Laut Preischart auf der Firmenwebsite sind die 69,4 Kilogramm Metall im Basket derzeit rund 14.429 Euro wert.
Doch das lässt sich nicht nachrechnen: Preise sind zwar auf der Website www.metal-pages.com zu finden, aber nicht für alle Metalle. Bei Hafnium fehlt beispielsweise die Preisangabe. Welchen Aufschlag über den reinen Metallmarktpreis sich SMH genehmigt, lässt sich so nicht ermitteln. Und - noch wichtiger - Anleger müssen sich selbst informieren, ob die Zusammensetzung der Warenkörbe überhaupt sinnvoll ist. So entfallen beim SMH-Warenkorb Schlüsselindustrien etwa zwei Drittel auf Bismut.
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