Sind Sie Silber-Kenner?
Das weiße Edelmetall ist derzeit die heißeste Wette unter Rohstoffspekulanten. Testen Sie Ihr Wissen zum bleichen Bruder des Goldes.
Wie hoch schätzen Sie die Jahresproduktion (2009)?
Der Grund für die verschiedenen Prognosen ist der Zeithorizont, vor dem sie getroffen werden. Die meisten großen Institute nehmen die vergangenen acht Jahre als Grundlage für die Berechnung des normalen Gold-Silber-Verhältnisses. In diesem Zeitraum bekam man durchschnittlich 62 Unzen Silber im Austausch für eine Unze Gold. Das aktuelle Verhältnis von unter 50 erscheint somit tatsächlich historisch niedrig. Blickt man jedoch in die 1980er- und 1990er-Jahre zurück, lag das Mittel ähnlich wie heute bei rund 50.
Ein Blick in das 19. Jahrhundert zeigt, was eine starke Nachfrage im Extremfall bewirken kann: Damals wurde das Edelmetall noch in deutlich mehr Münzen gebraucht als heute, was das Gold-Silber-Verhältnis auf gerade einmal 15 brachte. Zwar rechnet keiner der Beteiligten in nächster Zeit mit einer solch extremen Preisverschiebung, trotzdem glauben aber die Analysten fast aller Banken, dass der Silberpreis in einem Jahr noch einmal höher stehen wird als heute.
Ein Grund für ein steigendes Interesse der Investoren ist, dass es inzwischen zahlreiche einfache Möglichkeiten gibt, verbrieft in das Edelmetall zu investieren. Denn ein physischer Kauf ist nicht nur unpraktisch - schon wer 10.000 Euro investieren will, muss mehr als 15 Kilogramm Silber in seinen Tresor hieven -, sondern auch teuer. Beim Kauf von Silberbarren fällt die volle Mehrwertsteuer von 19 Prozent an, beim Kauf von Silbermünzen immerhin noch sieben Prozent.
Allerdings kostet auch das Anlegen in verbrieften Produkten Geld - zumindest dann, wenn das Investment gegen einen Ausfall des Emittenten abgesichert werden soll. Für physisch hinterlegte Schuldverschreibungen, sogenannte Exchange-Traded Commodities (ETCs), fallen im Schnitt rund 0,5 Prozent des Metallwerts im Jahr als Verwaltungsgebühr an. Kostenlos sind allein solche Zertifikate, die ohne Absicherung auskommen. Hier trägt der Anleger freilich nicht nur Kurs- und Währungsrisiko, sondern läuft auch Gefahr, im Fall einer Pleite des Anbieters leer auszugehen. Wer sich das Geld für die Absicherung sparen möchte, sollte deshalb Papiere verschiedener Institute kaufen, um das Ausfallrisiko auf mehrere Schultern zu verteilen.