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Merken   Drucken   03.01.2012, 19:13 Schriftgröße: AAA

Positive Konjunkturdaten: China sorgt für kleine Öl-Rally

Rohöl startet mit einem deutlichen Kursplus in das neue Handelsjahr. Grund dafür ist nur teilweise das Säbelrasseln im Iran. Die Preissteigerung wird vor allem von Optimismus getragen.
© Bild: 2010 AFP
Rohöl startet mit einem deutlichen Kursplus in das neue Handelsjahr. Grund dafür ist nur teilweise das Säbelrasseln im Iran. Die Preissteigerung wird vor allem von Optimismus getragen. von Jessica Boesler, Frankfurt
Der Ölpreis hat am faktisch ersten Handelstag des Jahres kräftig zugelegt. Getrieben wurde die Entwicklung von guten Konjunkturdaten aus China und Indien. Wie in den letzten Wochen spielte zudem die Sorge vor Lieferengpässen aufgrund des Irankonflikts eine Rolle.
Der Öl-Terminkontrakt mit Liefertermin Februar für die US-Sorte WTI stieg im europäischen Handel am Nachmittag auf bis zu 102,88 Dollar je Fass (159 Liter), ein Plus von etwa vier Prozent gegenüber dem Preis vom Freitag. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich am Terminmarkt ebenfalls um nahezu vier Prozent auf bis zu 111,58 Dollar je Fass. Am Montag waren die Börsen in London und New York sowie die wichtigsten Handelsplätze in Asien geschlossen.
Der Iran droht damit, die Straße vom Hormus im Persischen Golf zu blockieren, falls internationale Sanktionen gegen Rohölexporte aus dem Land verhängt werden sollten. Durch die Meeresenge werden 40 Prozent des weltweit verschifften Erdöls transportiert. Hintergrund des Konflikts ist das umstrittene iranische Atomprogramm.
Zwar sorgen sich Investoren nach wie vor wegen dieser Drohung Teherans, da eine Blockade des Seeweges eine starke Verknappung auf dem Weltmarkt bedeuten würde. Für die jüngste Preissteigerung war jedoch weniger der Blick auf das Angebot, als vielmehr die Entwicklung der Nachfrage maßgeblich: Der chinesische Einkaufsmanagerindex ist besser ausgefallen als erwartet - und auch Indien meldete robuste Konjunkturdaten.
Die Zahlen deuten auf einen steigenden Ölbedarf in den asiatischen Volkswirtschaften hin und nehmen Anlegern die Furcht vor einem Konjunktureinbruch in China. Analysten sehen darin den Hauptgrund für das Kursplus: "Der Optimismus war ausschlaggebend", sagt Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. "Das geopolitische Risiko hat sich über mehrere Tage aufgestaut, das war heute nicht entscheidend." Zudem habe der schwache Dollar dem Ölpreis geholfen.
Auch Frank Schallenberger, Analyst der LBBW, vertritt die These, dass die positiven Konjunktursignale den Großteil der kleinen Öl-Rally ausgemacht haben. Der Stand der Dinge im Iran habe sich nicht entscheidend verändert: "Bis jetzt sind das nur politische Muskelspiele."
Wenn mit der Straße von Hormus allerdings tatsächlich die "Hauptschlagader des Ölhandels" blockiert würde, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Brent die 120er-Marke überschreitet, sagt Schallenberger. Auch Weinberg sieht in diesem Fall eine deutliche Verteuerung auf den Markt zukommen: "Dann kann man fast jeden Preis rechtfertigen - es geht einfach nicht ohne die Straße von Hormus."
23:17:00 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Brent-Öl 106,83 USD   +0,25%  0.27
WTI Spot 91,01 USD   -0,09%  -0.08
  • FTD.de, 03.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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