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Merken   Drucken   13.07.2011, 17:14 Schriftgröße: AAA

Rekordhoch des Edelmetalls: Goldpreis unterwegs zum längsten Höhenflug seit 90 Jahren

Angesichts der Turbulenzen an den Märkten suchen die Anleger vermeintlich sichere Investments. Davon profitieren Währungen wie der Schweizer Franken und Edelmetalle wie Gold - das in Richtung 1600 Dollar marschiert.
Die europäische Schuldenkrise und Angst vor einer vorübergehenden Zahlungsunfähigkeit der USA haben den Goldpreis auf ein Dollar-Rekordhoch getrieben. Am Mittwoch kletterte die Notierung für eine Feinunze  (31 Gramm) zeitweise bis auf 1582,76 Dollar. Damit ist der Preis acht Tage in Folge gestiegen, so lange wie seit Oktober 2006 nicht mehr.
Bereits am Vortag hatte das Edelmetall einen Rekord auf Euro-Basis bei 1123,27 Euro erreicht. Gold steuert auf das elfte Jahr mit Gewinnen in Folge zu, die längste Aufwärtsphase seit mehr als 90 Jahren. Auch ETF-Anleger kaufen kräftig. Der weltgrößte Gold-ETF Spider verzeichnete am Dienstag einen Zufluss von 20 Tonnen. Die Bestände liegen damit auf dem höchsten Niveau seit Anfang Mai.
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An den Finanzmärkten sei die Verunsicherung groß und die Schuldenkrise halte "mit all ihren Ansteckungsgefahren den Goldmarkt fest im Griff", hieß es in einer Einschätzung der Deka-Bank. Zudem lastete der ungelöste Streit um die Erhöhung der US-Schuldengrenze auf der Stimmung. Sollte nicht schnell eine Lösung gefunden werden, sind die USA im kommenden Monat zahlungsunfähig.
Doch auch die nicht sonderlich starke wirtschaftliche Verfassung der USA lässt die Anleger in Sicherheitsinvestments wie Gold flüchten. Das Protokoll der Juni-Sitzung der amerikanischen Notenbank Fed zeigt, dass mehrere Gouverneure sich für eine Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik (Quantitative Easing) aussprechen, sollte die Konjunktur weiter lahmen. Auch Fed-Chairman Ben Bernanke betonte vor dem US-Kongress am Mittwoch erneut die Bereitschaft der Notenbank, bei schwacher Wirtschaftsentwicklung ein neues QE-Programm aufzulegen.
In Europa hatten die Finanzminister erstmals zugestanden, dass eine wie auch immer geartete Pleite Griechenlands notwendig sein könnte, um die Schulden der Hellenen zu senken und ein Übergreifen der Krise auf andere Staaten zu verhindern. "Während die Schuldenkrise langsam vor sich hin tröpfelte, war sie nie akut genug, um die Anleger in den sichersten Hafen zu treiben. Dies Situation hat sich in den vergangenen Tagen dramatisch verändert", zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg einen Analysten der Royal Bank of Scotland.
"Weil die Furcht vor der europäischen Schuldenkrise sich intensiviert, es keine Klarheit darüber gibt, was die Führer der Euro-Zone als nächstes tun werden und das Anlegervertrauen quer durch die Anlageklassen schwindet, sind Gold und der Schweizer Franken  die großen Profiteuer. In diesem nervösen Umfeld bevorzugen wir Investments mit geringem Abwärtsrisiko, also Gold", so ein UBS-Stratege gegenüber Bloomberg. Nach Ansicht anderer Experten könnte es dementsprechend noch eine Weile so weiter gehen. Goldfutures steigen ebenfalls.
03:11:29 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Gold 1572,2 USD   +1,01%  15.73
Schweizer Franken 0,8322 EUR   0,00%  0
  • FTD.de, 13.07.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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