Autoreifen in einer Fabrikationshalle in Aachen
Die Preise zahlreicher Rohstoffe legten am Montag und Dienstag zu, nachdem die chinesische Zentralbank am Wochenende auf eine Leitzinserhöhung vorerst verzichtet hatte. Viele Beobachter hatten einen solchen Schritt erwartet, nachdem die Inflationsrate im November auf 5,1 Prozent gestiegen war. Ein höherer Leitzins hätte vermutlich das rasante Wirtschaftswachstum in China gedämpft. Da die Notenbank dazu noch nicht bereit scheint, ist ein Rückgang des chinesischen Rohstoffhungers nicht absehbar.
Die chinesischen Kautschuk-Importe legten in den ersten elf Monaten dieses Jahres nach vorläufigen Berechnungen um 9,9 Prozent zu. Die Nachfrage wird vor allem durch die Autoindustrie getrieben: Allein im vergangenen Monat wurde in der Volksrepublik eine Rekordzahl von 1,34 Millionen Pkws verkauft. Auch in Indien, dem zweitgrößten Kautschuk-Konsumenten weltweit, steigt der Auto-Absatz. Die Folgen bekommen auch Verbraucher in den Industriestaaten zu spüren. Der japanische Reifenhersteller Sumitomo kündigte am Dienstag an, er werde seine Preise in den USA und Europa ab Januar um bis zu 15 Prozent erhöhen.