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11.04.2011, 15:10
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Rohstoff-Boom:
Razzien in Indonesien jagen Zinn auf Rekordhoch
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2010 ddp
Wegen verstärkter Kontrollen illegaler Produktionsstätten ist das silberweiße Metall so teuer wie noch nie. Aber auch die Kosten für andere Industriemetalle steigen. Blei erklimmt ein Dreijahreshoch.
von Barbara Schäder Frankfurt
Razzien gegen illegale Minenbetreiber und heftige Regenfälle in Indonesien haben den Zinnpreis auf ein Rekordhoch getrieben. Mit 33.600 Dollar pro Tonne war der meistgehandelte Terminkontrakt am Montag so teuer wie nie zuvor. Indonesien ist der weltgrößte Exporteur des silberweißen Metalls, das sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Laut einer Analyse des geologischen Dienstes der US-Regierung (USGS) liegt das vor allem daran, dass bleihaltige Legierungen weltweit zunehmend durch weniger gesundheitsschädliche Legierungen mit einem höheren Zinnanteil ersetzt werden. Auch Dosenfabrikanten setzen auf den Rohstoff.
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Die indonesische Regierung geht seit dem vergangenen Jahr verschärft gegen die Betreiber illegaler Zinngruben vor, weil sie die Umwelt gefährden und keinerlei Gebühren zahlen. Die Produktion auf der Insel Bangka, von der ein Großteil des indonesischen Zinns stammt, sei deshalb erheblich zurückgegangen, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Lieferungen an die privaten Zinns-Schmelzen der Insel hätten sich auf rund 1000 Tonnen pro Monat halbiert. Zudem seien nach heftigen Regenfällen zahlreiche Gruben überschwemmt, und der Abbau vor der Küste sei wegen hohen Wellengangs an vielen Tagen nicht möglich.
Schwacher Dollar befeuert Rally
Befördert wurde der Preisanstieg überdies durch den schwachen
Dollar und neue Importzahlen aus China, die am Montag die Kurse auch anderer Industriemetalle in die Höhe trieben. Der meistgehandelte Blei-Terminkontrakt verteuerte sich an der Londoner Metallbörse LME zeitweise auf 2904 Dollar pro Tonne, ein Dreijahreshoch.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstag unter Verweis auf den zunehmenden Preisdruck ihren Leitzins von 1,0 auf 1,25 Prozent angehoben. Weil sich damit das Zinsgefälle zu den USA verschärft, stieg der
Euro erstmals seit Januar 2010 über die Marke von 1,44 Dollar. Da Industriemetalle in der US-Devise notiert sind, werden sie mit sinkendem Dollar-Kurs für Investoren außerhalb der USA günstiger. Die EZB bezweckte mit ihrem Zinsschritt eigentlich eine Dämpfung des Preisdrucks, weil höhere Zinsen die Kreditvergabe bremsen und damit auch die Investitionstätigkeit der Unternehmen.
Teil 2: Zinserhöhungen am Markt verpufft
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FTD.de, 11.04.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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