Rohstoffboom:Preis für seltene Erden steigt deutlich
Die Preise für einige seltene Erden haben sich binnen drei Wochen verdoppelt. Grund sind Exportbeschränkungen in China, die Sorgen geschürt haben, das weltweite Angebot könnte knapp werden. von Leslie Hook, Peking
China fördert mehr als 90 Prozent der seltenen Erden oder Seltenerdmetalle weltweit. Hinter dem Begriff verbergen sich 17 chemische Elemente, die in Hybridautos, Leuchtmitteln und vielen anderen Hightechprodukten zum Einsatz kommen. Dass die chinesische Regierung in Peking vor Kurzem gegen Minen zur Förderung solcher Metalle vorgegangen ist und Exportbeschränkungen verhängt hat, führte in einigen Märkten zu Chaos.
Hier werden seltene Erden abgebaut
Japan und die USA, die weltweit größten Importeure von seltenen Erden, haben daher China gegenüber immer wieder Bedenken geäußert. Indessen häufen sich die Beschwerden von Vertretern aus der Industrie, die seltene Erden nutzen.
2010 kürzte China den Export von seltenen Erden bereits um 40 Prozent und stoppte die Auslieferung solcher Metalle an Japan während einer politischen Auseinandersetzung vorübergehend sogar ganz. Dieses Jahr waren die Preise für seltene Erden zwar bereits deutlich gestiegen, aber der jüngste Preissprung hat selbst chinesische Analysten verblüfft.
Sie führten die Entwicklung auf Hamsterkäufe von Unternehmen zurück, die weitere Preisanstiege fürchten. "Das ist eine Blase. Es kann gar nicht anders sein. Es gibt keinen Anwendungsbereich, der diesen Preis verkraften würde", sagte ein Händler aus Europa.
Der US-Mischkonzern General Electric, der seltene Erden unter anderem für den Bau von Windrädern und Motoren für Lokomotiven benötigt, forderte die Regierung in Washington auf, die Versorgung mit seltenen Erden in den USA sicherzustellen.
Beobachter erwarten, dass sich die USA und die EU bei der Welthandelsorganisation (WHO) über China beschweren. Chinesische Exportbeschränkungen für andere Rohstoffe werden von der WHO bereits untersucht. Chinesische Regierungsvertreter sagten, Umweltschutzbedenken seien der Grund für den Umbau der Branche, bei dem illegale Minen geschlossen und die Fördermengen von seltenen Erden reduziert werden.
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