Strategisch wichtig für die Ölversorgung: Die Straße von Hormus
Wegen des iranischen Atomprogramms hatte US-Präsident Barack Obama bereits vor einigen Tagen ein Importverbot unterzeichnet. Die EU-Staaten seien sich grundsätzlich einig, nachzuziehen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch unter Berufung auf Diplomaten in Brüssel.
Eine endgültige Entscheidung sei am 30. Januar zu erwarten, sagte ein EU-Kommissionssprecher der Nachrichtenagentur Bloomberg: "Wir wollen die Sanktionen gegen den Iran verschärfen - diskutiert wird über den Ölsektor und die Finanzbranche."
Die Marktreaktion macht deutlich, dass ein solches Importverbot auch für den Westen empfindliche Folgen hätte. Der Iran hat bereits gedroht, im Falle eines Embargos die Straße von Hormus zu blockieren. Diese Meerenge müssen sämtliche Öltanker aus dem Persischen Golf passieren, ihre Sperrung würde also auch Lieferungen Saudi-Arabiens und anderer Golfstaaten in den Westen einschränken. Das würde den Ölpreis weiter in die Höhe treiben und wäre Gift für die ohnehin schwächelnde Konjunktur in Europa und den USA.
Zeitplan noch offen
Obama hatte das von der republikanischen Mehrheit im Kongress durchgesetzte Embargo deshalb nur widerwillig unterzeichnet und sich Hintertürchen offengelassen. Bis das Gesetz in Kraft tritt, könnte es noch Monate dauern.