Silber gilt - wie Gold - als Alternative zu Papiergeld
Damit wachsen die Sorgen vor einer heftigen Preiskorrektur. Gerade Silber erlebt seit dem vergangenen Jahr eine enorme Rally. Angesichts der Dollar-Schwäche und der Sorge vor Inflation oder Deflation setzten viele Anleger seit einer Weile auf Edelmetalle, die als krisensicher und Alternative zu Papiergeld angesehen werden.
Eine Reihe von Investoren ziehen Silber Gold vor, unter anderem, weil das weiße Edelmetall deutlich billiger ist - der Goldpreis durchbrach kürzlich die Marke von 1500 Dollar je Feinunze. Allein von Jahresanfang bis Ende April verteuerten sich Terminkontrakte auf Silber um 57 Prozent. Der Preis testete vor kurzem noch die 50-Dollar-Marke. Die Hausse erinnert an die späten 1970er-Jahre, als die Gebrüder Hunt den Preis durch Marktmanipulationen von 2 Dollar je Unze auf den Rekordstand von 50,35 Dollar peitschten. Ein Eingriff der Aufseher brachte die Blase zum Platzen, die Hunts gingen Pleite.
Auch wenn Silber in der Industrie verwendet wird, treibt doch das Interesse von Anlegern den Preis maßgeblich an. Auch spekulativ agierende Investoren sind in dem Markt aktiv. Das birgt Gefahren, da sie sich jederzeit massenhaft zurückziehen können. Die Furcht vor einer solchen Flucht dürfte hinter der Entscheidung der CME stehen, die Sicherheitsleistungen anzuheben. Börsenbetreiber reagieren so auf eine erhöhte Schwankungsanfälligkeit des Markts - denn reichen die Sicherheiten nicht aus, können sie selbst auf Verlusten sitzen bleiben.