Die milliardenschweren Investoren George Soros und John Paulson glauben wieder an Gold : Sie haben Daten der US-Börsenaufsicht SEC zufolge ihre Anteile am weltgrößten passiven Goldfonds SPDR Gold Trust im Zuge der sinkenden Goldnotierungen des zweiten Quartals wesentlich aufgestockt. Der Goldpreis hatte im zweiten Quartal vier Prozent verloren und damit den höchsten Quartalverlust seit dem dritten Quartal 2008 verzeichnet. Zwischen dem Jahresende 2008 und dem Juni 2011 hatte der Goldpreis um 70 Prozent zugelegt.
Soros Fund Management hat im Quartalsvergleich seine Einlagen zum 30. Juni auf 884.400 Anteile mehr als verdoppelt. Im vergangenen Jahr hatte Soros noch große Mengen Gold verkauft, weil er für das Edelmetall "die ultimative Blase" anstehen sah. Kurz darauf erreichte Gold ein Rekordhoch von 1920,30 Dollar die Unze.
John Paulson stockte die Zahl seiner Anteile um 26 Prozent auf 21,8 Millionen auf. Es ist das erste Mal seit dem ersten Quartal 2009, dass der als großer Goldfan bekannte Investor wieder zukauft. Auch Paulson hatte 2011 kräftig verkauft, nach Ansicht von Analysten, um Kunden auszahlen zu können. Paulson setzt aber nicht nur auf Goldbarren. Er erhöhte ebenfalls seine Anteile an diversen Goldminenbetreibern, darunter Novagold und Allied Nevada Gold.
"Der Markt rechnet mit steigenden Goldpreisen im dritten Quartal. Aus historischer Sicht ist das eine der besten Zeiten für den Goldpreis, und wer an weitere geldpolitische Lockerungen glaubt, der neigt nun zum Halten oder wird Positionen aufbauen", sagte Marktstratege Donald Selkin von National Securities. "Wenn ein Investor wie Paulson, der den Großteil seines Gewinns mit Goldbeteiligungen macht, zukauft, fühlen such sich die Goldoptimisten bestätigt", sagte ein Händler der Nachrichtenagentur Bloomberg.
"Es geht um die Lockerung der Geldpolitik, und zwar insbesondere der Fed, und der Markt erwartet für diesen Fall Preissteigerungen", sagte Vermögensverwalter Walter Hellwig von BB&T Wealth Management. Zugleich seien die Anleger bereit, Gold zu halten, während sie auf Ankündigungen aus Washington warteten.
Als maßgeblicher Grund für den zuletzt schwächelnden Goldpreis im zweiten Quartal gilt die Enttäuschung über ausbleibende Stimulierungsmaßnahmen für die Konjunktur durch die Zentralbanken Fed und EZB. Damit wurden die Konjunkturaussichten schwächer eingeschätzt, und es sank die Bedeutung von Gold als Absicherung gegen die Inflation. In der ersten Hälfte des dritten Quartals bewegte sich der Goldpreis kaum.
Dabei ist die Hedge-Fonds-Welt gespalten, was die Preiswetten angeht. Die Großinvestoren Paulson und Soros haben gekauft, ebenso wie der Hedge-Fonds Moore Capital Management. Andere große Adressen wie Vinik Asset Management und Eton Park Management trennten sich hingegen von ihren kompletten Beständen. Vinik Asset Management wurde vom ehemaligen Chefs des Fidelity Magellan Fonds, Jeffrey Vinik, gegründet. Hinter Eton Park steht Eric Mindich, einst der jüngste Partner in der Geschichte von Goldman Sachs .
Insgesamt betrug die Menge des in passiven Goldprodukten gehaltenen Edelmetalls Bloomberg zufolge am 10. August ein Rekordgewicht von 2417,3 Tonnen.