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26.01.2012, 12:11
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Streit über Atomprogramm:
Die Öl-Retourkutsche des Iran
© Bild:
2009 reuters
Die EU will Teheran mit einem Embargo strafen. Doch das Regime unter Großajatollah Chamenei dreht den Spieß um: Sollen die Europäer doch sehen, wie sie ohne iranisches Öl zurechtkommen.
Der Iran will den Westen mit seinen eigenen Waffen schlagen: Noch vor Inkrafttreten des geplanten EU-Embargos könnte Teheran den Europäern den Ölhahn abdrehen. Das berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf iranische Medien. Abgeordnete des Parlaments bereiteten eine entsprechende Gesetzesinitiative vor, sagte der Sprecher des zuständigen Ausschusses, Emad Hosseini, am Mittwoch der iranischen Nachrichtenagentur Mehr. Schon am Sonntag könnte darüber abgestimmt werden.
Infografik Iran und das Öl
Ein sofortiger Exportstopp wäre ein großes Problem für die Euro-Krisenstaaten Griechenland, Italien und Spanien. Griechenland deckte laut Zahlen der Internationalen Energieagentur im vergangenen Jahr rund 30 Prozent seines Ölverbrauchs mit Importen aus dem Iran. In Italien und Spanien lag der Anteil über zehn Prozent. Aus Rücksicht auf die drei Länder soll das EU-weite Importverbot, eine Reaktion auf das umstrittene iranische Atomprogramm, deshalb erst Anfang Juli greifen.
Steilvorlage für Teheran
In diese Lücke stößt die Gesetzesinitiative des iranischen Parlaments - mit Billigung von höchster Stelle: Die vom geistlichen Führer Ajatollah Ali Chamenei herausgegebene Zeitung "Kayhan" empfahl am Mittwoch, den Europäern zuvorzukommen. "Warum sollten wir die Ölexporte nach Europa nicht sofort beenden?", hieß es im Leitartikel des Blattes. Schließlich gebe es "zahlreiche andere Kaufinteressenten".
Das "beispiellose Sanktionspaket", wie der britische Außenminister William Hague das EU-Embargo am Montag nannte, entpuppt sich also als Steilvorlage für eine Retourkutsche aus Teheran. Allerdings: Ganz so leicht dürfte die Europäische Union als Abnehmer nicht zu ersetzen sein - immerhin ein Fünftel der iranischen Exporte flossen im vergangenen Jahr in die 27 EU-Staaten.
Teil 2: IEA könnte Versorgungslücke überbrücken
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FTD.de, 26.01.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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