Japan arbeitet an einem TiefseeroboterChina sorgt sich auch darum, dass seine Vorkommen an seltenen Erden eines Tages erschöpft sein könnten. Es besitzt rund 30 Prozent der Weltreserven. Für dieses Jahr hat das Handelsministerium zunächst eine im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent niedrigere Quote für die erste Runde der Rohstoffexporte beschlossen. Je nach Zeitraum und Einbeziehung von Unternehmen, die nicht in chinesischer Hand sind, könnte der Rückgang aber bis zu 35 Prozent ausmachen. Üblicherweise gibt es noch eine weitere Runde mit neuen Quoten.
Unterdessen arbeitet Japan an der Entwicklung eines Tiefseeroboters zur Förderung von selten Erden in seinen Hoheitsgewässern. Mit Hilfe eines Pumpsystems sollen die speziellen Rohstoffe über ein Tiefseerohr zu einem Schiff emporgefördert werden. Die japanische Tageszeitung "Yomiuri Shimbun" berichtet, dass noch im laufenden Jahr mit einem ersten Test begonnen werden soll. Nach rund zehn Jahren soll die neue Technologie zur Marktreife gelangen.
Mit der Entwicklung sei vorrangig die der Energiebehörde unterstellte Japan Oil, Gas and Metals National Corporation (JOGMEC) befasst. Unter dem Meeresboden nahe der südjapanischen Inselprovinz Okinawa oder auch der nahe Tokio gelegenen Halbinsel Izu würden große Verkommen an Hochtechnologie-Metallen und anderen Erzen vermutet, hieß es. Der in der Entwicklung befindliche ferngesteuerte und mit Ketten angetriebene Roboter zum Abbau der Erze könne in einer Tiefe von bis zu 2000 Metern eingesetzt werden. Die Entwicklungskosten für das neue System werden auf etwa 20 bis 30 Mrd. Yen (275 Mio. Euro) veranschlagt, so das Blatt.
Japan arbeitet mit Hochdruck daran, sich unabhängiger von seltenen Erden aus China zu machen. China hatte seine Exporte dieser Rohstoffe nach Japan im vergangenen September vorübergehend ausgesetzt, als ein Streit zwischen Peking und Tokio über die Kollision eines chinesischen Fischerboots mit einem Schiff der japanischen Küstenwache in einem umstrittenen Seegebiet aufgeflammt war.