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Merken   Drucken   31.01.2011, 17:34 Schriftgröße: AAA

Wetterphänomen La Niña: Regen heizt Kaffeepreis an

Schlechtes Wetter in Asien und Teilen Südamerikas erschwert Ernte und Transport der Bohnen. Zugleich steigt die weltweite Nachfrage nach dem Wachmacher. Die Brasilianer werden voraussichtlich bald einen Großteil ihrer Produktion selbst trinken. von Barbara Schäder  Frankfurt
Der Kaffeepreis hat den höchsten Stand seit Juni 1997 erreicht. Terminkontrakte zur Lieferung der Sorte Arabica im März verteuerten sich am Montag in New York auf bis zu 2,51 Dollar pro Pfund. Schlechtes Wetter in Indonesien und Kolumbien führte in den vergangenen Monaten zu Ernteausfällen, so dass die Lagerbestände niedrig sind. Hinzu komme die Befürchtung, dass Stürme in Brasilien die Ernte im wichtigsten Anbaustaat weltweit beeinträchtigen könnten, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg den Analysten Keith Flury von der Rabobank.
Das Wetterphänomen La Niña die Rohstoffpreise in die Höhe   Das Wetterphänomen La Niña die Rohstoffpreise in die Höhe
Die Internationale Kaffee-Organisation ICO erwartet für das im Oktober begonnene Erntejahr 2010/2011 einen Rückgang der Produktion vor allem im drittgrößten Anbaustaat Indonesien, der wegen des Wetterphänomens La Niña von außergewöhnlich heftigen Regenfällen heimgesucht wurde. Auch im zweitgrößten Anbaustaat Vietnam sei mit einer geringeren Ernte zu rechnen. Anders als in Südamerika wird in Asien überwiegend Robusta-Kaffee angebaut. Der Preis dieser koffeinhaltigeren Sorte stieg am Montag in der Spitze auf 2204 Dollar pro Tonne, das ist der höchste Stand seit September 2008.
Weltweit rechnet die ICO ungeachtet der regionalen Ernteausfälle mit einer Ausweitung der Produktion um fast zehn Prozent auf 135 Millionen Säcke Kaffee. Ein Sack enthält 60 Kilogramm Rohkaffee.
Gleichzeitig dürfte aber auch die Nachfrage deutlich steigen, heißt es im jüngsten Marktbericht der ICO vom Dezember. Während der Verbrauch in Europa seit einigen Jahren zurückgeht, haben vor allem die Brasilianer ihren Exportschlager Kaffee für sich selbst entdeckt. Seit 2006 stieg der heimische Verbrauch von 16 Millionen auf 18 Millionen Sack Kaffeebohnen an. Der brasilianische Kaffee-Verband ABIC sagte in der vergangenen Woche voraus, das Land werde 2012 die USA als weltgrößten Kaffeeverbraucher überholen.
Besonders in Indonesien drohen Ernteausfälle   Besonders in Indonesien drohen Ernteausfälle
Asiaten entdecken Koffein
Auch in klassischen Teetrinker-Nationen wie Indien und Indonesien ist Kaffee auf dem Vormarsch. Im bevölkerungsreichsten Land der Erde, China, steckt das Geschäft mit dem koffeinhaltigen Getränk dagegen noch in den Anfängen: Die Lobby-Gruppe China Coffee Association bezifferte den Pro-Kopf-Verbrauch in den wichtigsten Großstädten in einem Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg auf zwei Tassen pro Monat. Dennoch betrachtet die Kaffeehauskette Starbucks die Volksrepublik als ihren wichtigsten Wachstumsmarkt: Bis 2015 soll die Zahl der Filialen in China von derzeit 400 auf 1.500 steigen.

Teill 2: Neue Hoffnung für krisengeschüttelte Kaffeebauern

  • FTD.de, 31.01.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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