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Merken   Drucken   21.11.2003, 15:18 Schriftgröße: AAA

Profil: Bernd Schiphorst  

deutscher Medienmanager
Geburtstag:29. Januar 1943, Oldenburg
Klassifikation:Verlagsmanager, Medienmanager
Betriebswirtschaftswissenschaftler
Nation:Deutschland - Bundesrepublik

Herkunft


Bernd Schiphorst, ev.-luth., wurde am 29. Jan. 1943 als Sohn eines Bankbevollmächtigten in Oldenburg geboren und wuchs auch dort auf.

Ausbildung


Nach Abschluss seiner Schulausbildung absolvierte Sch. von 1962 bis 1964 ein Redaktionsvolontariat bei der "Nordwest-Zeitung" in Oldenburg und studierte dann bis 1970 Volkswirtschaftslehre, Politologie und Publizistik an der FU Berlin mit Abschluss als Dipl.-Volkswirt.

Wirken


Seine Berufslaufbahn begann Sch. 1970 als Mitglied der Geschäftsleitung des Hamburger Verlags "märkte und medien". Gleichzeitig leitete er als Chefredakteur das Verlagsflaggschiff "Der Kontakter. Nachrichtendienst für die Kommunikationsbranche", eine einflussreiche Position, die mit zahlreichen Kontakten in der Medienlandschaft verbunden war. 1979 wechselte er zur Bertelsmann-Tochter Gruner+Jahr und wurde dort Leiter des Vorstandsbüros, Pressesprecher sowie Leiter der Stabsabteilung "Neue Medien" beim Vorstandsvorsitzenden. In der letzteren Funktion hatte er wesentlichen Anteil an der Einrichtung des Bereichs "elektronische Medien" im Bertelsmann-Konzern. Von 1984 bis 1995 war er Gründer und Vorsitzender der Geschäftsführung der Bertelsmann-Tochter Ufa Film- und Fernseh-GmbH, Hamburg, sowie ab 1985 gleichzeitig Mitglied des Bereichsvorstandes "Elektronische Medien" der Bertelsmann AG. Außerdem war er von 1993 bis 1994 vorübergehend Geschäftsführer des damals sanierungsbedürftigen Fernsehsenders VOX GmbH & Co. KG, Köln. Bei der Ufa machte sich Sch. um verschiedene Fernseh-, Funk- und Filmprojekte der Bertelsmann-Gruppe verdient. Erwähnt seien die Einführung des Senders "RTLplus", der erstmalige Erwerb großer Sport-Fernsehrechte (Fußball-Bundesliga, Wimbledon) durch eine private TV-Station, der Start des Pay-TV-Programmkanals "Premiere" sowie die Gründung und Beteiligung an Hörfunkstationen wie "Antenne Bayern", "Radio Hamburg" und "Radio NRW". Als (kurzzeitiger) VOX-Geschäftsführer (1993-1994) sorgte er für eine konzeptionelle Neuausrichtung des Fernsehsenders.

1995 wurde Sch. President und Chief Executive Officer des Joint Venture Bertelsmann AG/America Online Inc., Hamburg. Ab Juli 1996 fungierte er als President und Chief Executive Officer der Bertelsmann New Media, Hamburg, in der die Multimedia-Aktivitäten des Konzerns gebündelt wurden, darunter AOL und Lycos. Mit der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens AOL Bertelsmann Online GmbH & Co. KG betrat der Bertelsmann-Konzern 1995 erstmals den Markt der Online-Medien. Der Verkauf der AOL-Beteiligung im Frühjahr 2000 wurde zur größten Transaktion in der Bertelsmann-Unternehmensgeschichte. Ein ähnlicher Erfolg gelang Sch., mittlerweile zusätzlich Mitglied im Vorstand von Bertelsmann Multimedia, mit der Gründung und dem Börsengang des europäischen Joint Venture Lycos Bertelsmann sowie mit dem Start des Interaktiven Fernsehens durch die Bertelsmann Broadband Group.

Im Frühjahr des Jahres 2000 kam es unter dem neuen Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff zu einer Neustrukturierung der Konzernführung, in deren Rahmen auch eine Neuordnung des Multimedia-Bereiches angekündigt wurde. Wenig später, Ende Juni 2000, gab Sch. seine hoch dotierte Position im Bertelsmann-Konzern auf und übernahm stattdessen zum 1. Juli des Jahres die anspruchsvolle Aufgabe eines "Medienbeauftragten" der Länder Berlin und Brandenburg. In dieser Funktion soll Sch. die Attraktivität des Standorts für die Medienwirtschaft steigern, insbesondere für Neue Medien, sich um ein gemeinsames Marketing der beiden Bundesländer kümmern, um die Zusammenarbeit bei Ausbildung und Qualifizierung von Medienfachleuten und um eine engere Abstimmung bei der Filmfinanzierung. Mit dem Bertelsmann-Konzern blieb Sch. als Berater verbunden.

7. September 2000 (MA-Journal) - Die SZ berichtet, dass der Medienmanager Bernd Schiphorst vom Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligavereins Hertha BSC Berlin zum Vereinspräsidenten gewählt worden ist. Er ist Nachfolger des Mercedes-Managers Walter Müller.

1. Februar 2003 (MA-Journal) - Bernd Schiphorst wird Vorstand der WMP Eurocom AG. Er bleibt Medienbeauftragter der Länder Berlin und Brandenburg und auch Vereinspräsident von Hertha BSC Berlin. Die WMP (Wirtschaft-Medien-Politik) Eurocom ist eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft, deren Vorstand außer Schiphorst noch der Journalist Hans-Erich Bilges, Günter Rexrodt und Hans-Hermann Tiedje angehören.

Mitgliedschaften


Mitgliedschaften/Ämter: Sch. ist Mitglied im Plenum und Vorsitzender des Ausschusses Medienwirtschaft der Handelskammer Hamburg, stellv. Vorsitzender des Wirtschaftsrates des Fußballvereins Hertha BSC und Mitglied im Kommunikationsbeirat der Siemens AG. Von 1994 bis zum Ende der Fußballsaison 1999/2000 war er Mitglied des Verwaltungsbeirates des FC Bayern München.

Familie


Sch. ist mit Dorothee Schiphorst verheiratet und hat zwei Söhne: Malte (geb. 1972) und Hendrik (geb. 1974). Er ist Fußballfan.

Adresse


c/o Medienbüro BerlinBrandenburg, Fasanenstr. 85, 10623 Berlin; Tel.: 030/315 10 650, Fax: 030/315 10 649 E-mail: schiphorst@aol.com



© Munzinger-Archiv GmbH

Aus: Internationales Biographisches Archiv 40/2000 vom 25.09.2000

Letzte Ergänzung durch MA-Journal: 01.02.2003
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