| Geburtstag: | 1968 |
| Klassifikation: | Unternehmer |
| Nation: | Vereinigte Staaten von Amerika (USA) |
Herkunft
Jerry
Yang wurde 1968 in
Taiwan als Chih-Yuan Yang geboren und war zwei Jahre alt, als sein Vater starb. Später zog seine Mutter, die Englisch und Schauspiel lehrte, mit ihren Söhnen nach San José, Kalifornien. Der zehnjährige Yang wurde bald Jerry gerufen, sein kleiner Bruder Ken.
Ausbildung
Schulische Leistungen eröffneten Yang die Stanford University in Palo Alto, Kalifornien, wo er Elektrotechnik studierte und 1990 den Titel eines Bachelor of Science (B.S.) und das Master's Degree erwarb. Anschließend begann er dort ein Doktorandenprogramm in derselben Fachrichtung, ließ sich aber mit Beginn seines unternehmerischen Engagements beurlauben. Yang wurde maßgeblich von der Stanford geprägt, die ihm auch Praktika in Silicon Valley, Seminare über Unternehmertum und ein Stipendium für ein Austauschprogramm mit seinem Partnerinstitut im japanischen Kioto vermittelte.
Wirken
Frühen Ruhm als Informatiker und Unternehmer erntete Yang im April 1994 als einer der Entwickler des Online Suchsystems Yahoo!, dem Akronym für "Yet Another Hierarchical Officious Oracle", und Mitbegründer des Unternehmens Yahoo! Inc. Grundlegend hierfür war in Stanford die Begegnung mit dem zwei Jahre älteren David Filo, den er beim Studium in Kioto besser kennen lernte. Beide arbeiteten anschließend im Studienjahr 1993/1994 im gleichen Büro in Stanford und beschäftigten sich in ihrer Freizeit mehr und mehr mit dem damals neuen World Wide Web. In dessen frühen Tagen Mitte der neunziger Jahre konnten Nutzer einzelne Web-Seiten nur über die genaue Adresse (Universal Ressource Locator) aufrufen - zumeist eine zeitaufwendige oder gar vergebliche Mühe bei themenbezogenen Recherchen. Irgendwann begannen Yang und Filo daher auch, eine Liste der von ihnen bevorzugten Web-Seiten zusammenzustellen. Anfang 1994 veröffentlichten sie diese für ihre Bekannten online, zunächst als "Jerry's Guide to the World Wide Web", dann als "David and Jerry's Guide to the World Wide Web". Die zunehmend wachsende Liste mit Web-Seiten erforderte dann auch bald eine Kategorisierung. Zentraler Gesichtspunkt für die Ordnung des Yahoo!-Verzeichnisses wurde eine thematische Gliederung des WWW in zunächst 14 allgemeine Wissensbereiche wie Wirtschaft, Unterhaltung und Gesundheit. Diese gliederten sie in jeweils hierarchisch angelegte Subkategorien auf und ermöglichten den Konsumenten eine zunehmend zielgenaue Recherche in den sich verfeinernden Unterpunkten. Zum Ziel der Suche bestimmten Yang und Filo eine Liste der gewünschten Web-Seiten, über die sie ihren Nutzern jeweils direkten Zugang zur gewünschten Seite eröffneten.
Als erstes Verfahren, das Internet-Konsumenten mit seiner einem Bibliothek-Katalog vergleichbaren Software eine Handreiche zum wirksamen Arbeiten mit dem WWW anbot, wurde Yahoo! bald zum bekanntesten stichwortorientierten Suchsystem im WWW des Internet. Ab dem Sommer 1994 wuchs die Benutzerzahl immer mehr an, bis gegen Jahresende über eine Mio. täglicher Anwender feststellbar waren. Damals entschlossen sich Yang und Filo auch, sich unternehmerisch zu engagieren. Auf die Vorbereitungen folgte im April 1995 die offizielle Gründung der Yahoo! Inc., und zur gleichen Zeit konnten sie Mike Moritz von Sequoia Capital überzeugen, eine Mio. US$ in das Unternehmen zu investieren. Moritz war seit Jahren bekannt als Entdecker und Förderer von jungen und später erfolgreichen Legenden der EDV-Branche. Die Liquidität nutzten Yang und Filo für die Etablierung von Yahoo! Inc. und dessen Erweiterung durch Neueinstellungen. Zu diesen gehörten die Stanford-Absolventen Tim Koogle, der als CEO und Präsident auf seine Erfahrungen in der Führung von High-Tech-Unternehmen zurückgreifen konnte, und Srinija Srinivasan, die fortan im weiter wachsenden WWW die verästelnden Hierarchieebenen von Yahoo! ordnete. Während Filo seinerseits die Verantwortung für die Software-Entwicklung übernahm, wählte Yang die Zuständigkeit für die strategische Produkt- und Geschäftsplanung. Ihr Konzept bestätigte sich in der Verzehnfachung der Nutzerzahl 1995.
Die Verstetigung des Erfolges ermöglichte eine im Sommer 1995 vereinbarte Verbindung mit dem damals führenden Internet-Browser Navigator sowie den Abschluss von Werbeverträgen und die Kooperation mit der Nachrichtenagentur Reuters, die Nutzern von Yahoo! direkten Zugang zu ihren Meldungen sicherte. Anfang 1996 veröffentlichten Yang und Filo "Yahooligans", eine Version für Kinder, sowie länderspezifische Angebote. 1996 integrierte Yahoo! die Such-Maschine von Alta Vista, um ein umfassendes Verzeichnis für inhaltsbezogene Suchanfragen anzubieten. Die Benutzung freilich blieb für die Anwender weiterhin kostenlos. Im April 1996 wurde Yahoo! erstmals an der Börse notiert, und der Kurs stieg bis 1999 um über 2.700 %. Hatte Yahoo! 1996 noch 120 Mitarbeiter und 360 Werbepartner, waren es 1999 schon 850 Mitarbeiter, die in 15 Ländern einen Umsatz von 203 Mio. US$ erwirtschafteten.
Yang bekannte, er und Filo seien überrascht gewesen, über ihr Hobby zu einer unternehmerischen Aktivität gefunden zu haben. Da er nun das tun konnte, was ihm am meisten Spaß machte, lehnten er und Filo auch lukrative Angebote ab, ihre Anteile zu veräußern, die ein Drittel des auf 500 Mio. US$ geschätzten Unternehmens ausmachen. Als der extrovertiertere der beiden Gründer stimulierte Yang bald weltweit die Public Relations des Unternehmens. Bezüglich der Unternehmensperspektiven betonte Yang, die Marke Yahoo! solle künftig ein ganzes Sortiment an Medienprodukten auf den Markt bringen.
4. April 2001 (MA-Journal) - Der deutsche Softwarekonzern SAP AG gibt in New York eine Allianz mit dem US-Internetunternehmen Yahoo bekannt. Gemeinsam wolle man Web-Portale für Unternehmen entwickeln.
5. April 2001 (MA-Journal) - Das größte Internet-Portal der Welt, Yahoo, wird im Musikvertrieb künftig mit Sony Music und Universal Music kooperieren und schließt sich der Musikbörse Duet an.
Familie
Yang lebt privat in Los Altos, California.
Adresse
Yahoo! Inc., 3420 Central Expy, Santa Clara, CA 95051, U.S.A.
© Munzinger-Archiv GmbH
Aus: Internationales Biographisches Archiv 05/2000 vom 24.01.2000
Letzte Ergänzung durch MA-Journal: 06.04.2001