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Zu tief war das Tal der Tränen bei Infineon. Zu alltäglich waren die immer neuen Fehlschläge: Missmanagement, ständige Fehlprognosen, unendliche Machtkämpfe, Korruptionsvorwürfe und Führungswechsel, Führungswechsel, Führungswechsel. Trauriger Tiefpunkt war im Januar der Insolvenzantrag von Qimonda. Mittlerweile ist die Speicherchiptochter zerschlagen, nur wenige Teile haben Käufer gefunden; mehr als 10.000 Arbeitsplätze sind verloren.
Noch vor einem halben Jahr galt auch die Mutter Infineon als Pleitekandidat. "Wann müssen Sie Insolvenz anmelden?", fragte auf der Hauptversammlung im Februar ein Kleinaktionär Vorstandschef Bauer. "Ein Insolvenzverwalter wäre vielleicht in der Lage, die Probleme zu lösen, die Vorstand und Aufsichtsrat nicht lösen können." Bauer hatte wenig Gegenargumente, nur ein paar vage Versprechen. "Wir können kämpfen", sagte er, und: "Wir tun alles, damit Infineon diese Krise überlebt."
Er hat Wort gehalten. "Infineon hat von allen Chipherstellern auf die Krise am schnellsten reagiert", lobt ein Fondsmanager, der die Branche weltweit durchanalysiert hat. Und so steuert das Unternehmen nun wieder durch ruhigeres Fahrwasser, nur 15 Monate nach Bauers Amtsantritt.