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09.02.2010, 08:30
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SAP auf dem Weg zum Glück
SAP-Patriarch Hasso Plattner will den Softwareanbieter wieder zu dem machen, was er mal war - einem Konzern, der seine Kunden "happy" macht. Ein echter Neustart wird ihm jedoch nicht leicht fallen, denn an den Fehlern der Vergangenheit trägt er Mitschuld.
von Matthias Lambrecht,
Guido Warlimont ,
Sven Clausen Hamburg
und Martin Ottomeier Walldorf
Der Alte ist zurück. "Long time no see", begrüßt Hasso Plattner die Analysten und Journalisten, bevor er sich etwas unsicher durch die Telefonkonferenz tastet, zu der
SAP am frühen Nachmittag eingeladen hat. Zwischendurch ringt er nach Worten, doch am Ende gelingt es ihm schließlich, seine Mission in einen Satz zu gießen: "Ich werde alles tun, was ich kann, damit aus SAP wieder ein glückliches Unternehmen wird."
Vielleicht sind es die zunehmend unfrohen Mitarbeiter gewesen, die den Aufsichtsratsvorsitzenden bewogen haben, hart durchzugreifen. In einer internen Befragung hatten die Beschäftigten des Softwarekonzerns aus Walldorf ihrem Management gerade verheerende Noten ausgestellt. Die Identifikation mit dem einst so beliebten Arbeitgeber ist stark beschädigt. Am Wochenende hat Plattner die Ablösung von Vorstandschef
Léo Apotheker betrieben. Jetzt gibt es zwar eine neue Doppelspitze. Doch der Mitgründer und Großaktionär, der SAP bis 2003 führte, steht wieder mit im Ruderhaus. Plattner muss das schlingernde Schiff zurück auf Kurs bringen. Und das wird auch für ihn ein schwieriges Manöver.
Besonders weil Plattners Rückkehr kein echter Neuanfang ist. Zu eng war er nach seinem Rückzug aus der Unternehmensspitze mit dem Konzern verbunden, als dass er dem geschassten Apotheker die Fehler und Versäumnisse der vergangenen Monate allein anhängen könnte. "Es gab zwischen mir und Léo mit Blick auf die Strategie keine Unterschiede", räumt er am Tag nach dessen Abtreten ein, und das ist mehr als eine höfliche Formel. Die umstrittene Erhöhung der Wartungsgebühren etwa, die vor allem unter den mittelständischen Kunden mitten in der Rezession auf Unverständnis und Widerstand gestoßen ist, hatte der Aufsichtsratsvorsitzende mitgetragen. "Ich war Teil dieser Entscheidung", stellt Plattner klar. Nur die Umsetzung, da legt er gleich nach, hätte er vielleicht ein wenig anders angepackt: "SAP hat einige technische und rechtliche Fehler gemacht, besonders in Deutschland."
Hasso Plattner: SAP soll glücklich werden
Mancher der mittelständischen IT-Chefs hat im Gebührenstreit mit SAP an die alten Zeiten erinnert, als die Gründer Plattner,
Dietmar Hopp und
Klaus Tschira , selbst mittelständische Unternehmer, sich noch vor allem ihrer Klientel und weniger den Anforderungen der Kapitalmärkte verpflichtet fühlten.
Den treuen Kunden mitten in der Rezession höhere Servicekosten zuzumuten, um die Margen über die 30-Prozent-Hürde zu treiben - das war nur schwer vermittelbar. Und der Vertriebsexperte Apotheker erwies sich dabei als nur wenig geschickter Verkäufer. Ruppig und zuweilen arrogant sei sein Auftreten, beklagten Kunden und Mitarbeiter. Im Streit um die Wartungsgebühren fuhr er erst die harte Linie, um dann scheibchenweise den Rückzug anzutreten.
Mit dem Gründer könnte vielleicht ein wenig von dem alten Geist zurückkommen. "Er war bislang schon ein außerordentlich aktiver Aufsichtsratschef und wird jetzt noch mal wichtiger", beschreibt ein Aufsichtsratsmitglied Plattners neue Rolle.
Teil 2: "Ich werde nicht von der Bildfläche verschwinden"
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Aus der FTD vom 09.02.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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