In der Urteilsbegründung schrieb Richter Anthony Scalia, es sei nicht "Tradition" in den USA, speziell den Zugang von Kindern zu Gewaltdarstellungen zu begrenzen. Scalia verwies auf Märchen- und andere Kinderbücher, in denen es nicht an Blut und Gewalt mangele. So hätten Hänsel und Gretel die Hexe in einem Backofen getötet, Schneewittchen sei um ein Haar an Vergiftung gestorben, und die böse Stiefmutter habe als Strafe so lange in rotglühenden Pantoffeln tanzen müssen, bis sie tot ungefallen sei. "Grimms Märchen sind in der Tat grimmig", sagte der Richter.
Außerdem habe die Industrie freiwillig ein System eingeführt, das Verbraucher und Ladenbesitzer darüber informiere, welche Videospiele ein größeres Ausmaß an Gewalt enthielten. Eltern könnten somit einen Einblick in das gewinnen, was ihre Kinder nach Hause brächten.
Die US-Spieleindustrie bejubelte die Entscheidung. Der Chef des Branchenverbands Entertainment Software Association, Michael Gallagher, sprach von einem Sieg für die kreative Freiheit. "Das Gericht hat mit Nachdruck erklärt, dass auf Inhalt beruhende Einschränkungen verfassungswidrig sind. Und dass Eltern statt Regierungsbürokraten das Recht haben zu entscheiden, was für ihre Kinder geeignet ist."