Apple -Entwickler suchen nach Möglichkeiten, die Prozessoren des weltgrößten Halbleiter-Konzerns Intel langfristig aus ihren Mac-Computern zu verbannen. Das meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Stattdessen sollten selbst entwickelte Chips genutzt werden ähnlich denen in iPhone und iPad.
Chips auf ARM-Basis sind deutlich stromsparender als bisherige Prozessoren von Intel und haben deswegen auch den Markt für mobile Geräte erobert. Sie gelten zugleich aber auch als weniger leistungsstark. Der Apple-Vorstoß hängt entscheidend davon ab, ob es gelingt, die Chips kraftvoll genug zu machen, um zum Beispiel auch komplexe Bildbearbeitungsprogramme auf Computern mit hoher Display-Auflösung laufen zu lassen. Das sei noch keineswegs sicher, schrieb Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Die Apple-Entwickler seien jedoch zuversichtlich, dass die mobilen Chips eines Tages stark genug sein würden, um auch Tischrechner und Notebooks anzutreiben. Das könnte aber noch Jahre dauern.
Zugleich hielten einige der Bloomberg-Quellen den Schwenk für unausweichlich: Wenn Apple den Kunden in den kommenden Jahren ein nahtloses Nutzungserlebnis quer über alle Gerätearten wie Computer, Smartphone, Tablets und Fernseher hinweg bieten wolle, wäre das mit einer einheitlichen Chip-Architektur leichter zu schaffen.
Über Apples Experimente mit ARM-Chips für Computer wird schon seit einiger Zeit spekuliert. Der Konzern befeuerte die Gerüchte vor wenigen Tagen selbst. Beim Umbau der Chefetage wurde ein neuer Technologie-Bereich gegründet, der vom langjährigen Hardware-Strategen Bob Mansfield geführt wird. Die Sparte habe ambitionierte Pläne im Halbleiter-Bereich, erklärte Apple. Mansfield habe schon vorherige Versuche zum Wechsel der Chip-Plattform in Computern geleitet und bekomme nun mehr Mitarbeiter, schrieb Bloomberg. Apple hatte in den vergangenen Jahren auch Chip-Firmen dazugekauft und entwickelt Chips für iPhone und iPad auf Basis von ARM-Technologien selbst.
Apple und Intel äußerten sich nicht zu dem Bericht. Apple verkauft seit dem Jahr 2006 seine Mac-Rechner mit Intel-Prozessoren. Im Kern handelt es sich dabei um die gleichen Chips wie sie in den PC anderer Hersteller stecken. Intel beherrscht rund 80 Prozent des gesamten PC-Marktes.
Die Intel-Aktie fiel am Montag um ein gutes Prozent. Der Verlust von Apple als Kunden wäre zwar zu verschmerzen, doch das Signal wäre verheerend: Schon heute leidet Intel darunter, dass immer mehr Menschen zu mobilen Geräten greifen, in denen Chips auf Basis der stromsparenden Technologie des britischen Entwicklers ARM arbeiten. Intel findet nur allmählich Zugang zum Boommarkt der Smartphones und Tablet-Computer, während die PC-Verkäufe schwächeln.
Dem Bericht zufolge wuchs Apples Unzufriedenheit mit dem Stromverbrauch der Intel-Prozessoren Ende 2011 bei der Arbeit an neuen, schlankeren Notebook-Computern. Schon damals habe Mansfield Intel-Manager über die Arbeit an eigenen Chips informiert. Intel habe zugesagt, stromsparendere Prozessoren zu entwickeln.