Für zahlreiche Experten und seit Monaten fast hysterische Apple-Anhänger steht jetzt schon fest: Der kalifornische Technologiekonzern steht kurz davor, einmal mehr einen Bereich der IT-Branche - den der bislang erfolglosen Tablet-Rechner - umzuwälzen. Aber nicht nur das: Das Gerät, mit dem Nutzer Spekulationen zufolge multimedial erweiterte Bücher und Zeitungen lesen, Filme und Musik konsumieren können, wird die Verlagsbranche und die Filmindustrie verändern. So wie Apple das mit dem iPod und iTunes geschafft hat. Den iPod hatte auch schon Ive entworfen, ebenso wie das iPhone, die Powerbooks, MacBooks und iMacs.
Der 42-Jährige ist, wie es sich für einen Briten gehört, für sein Understatement bekannt. Interviews gibt er fast gar keine. Und wenn er einmal öffentlich über sich spricht, zweifelt er sogar trotz aller Erfolge schon mal an sich selbst. "Jedes Mal, wenn wir ein neues Projekt beginnen, habe ich Angst, Mist zu liefern", beichtete Ive einst in einem Interview. Ob das eine Marotte ist oder Ausdruck des immensen Drucks, den Apple-Chef Jobs auf seine Leute ausübt, ist unklar.
Ives Talent wurde erst recht spät entdeckt. "Dieses Talent sieht man als Lehrer vermutlich nur einmal im Leben", sagte Ives früherer Professor Bob Young. Zu Apple kam Ive 1992, damals produzierte Apple wie alle anderen Computerhersteller graue Kisten. Vier Jahre später wurde er - mit 29 Jahren - zum obersten Designer des Konzerns gekürt. Zu diesem Zeitpunkt war Apple-Mitbegründer Steve Jobs gerade in die Führung zurückgekehrt. Jobs war es auch, der Ive beförderte.
Sein nicht veröffentlichtes Gehalt investiert der Kreative unter anderem in Immobilien. Sein Portfolio umfasst ein 2,5 Mio. Pfund teures Anwesen im englischen Somerset, das er nach ökologisch korrekten Vorgaben renoviert, sowie eine Ferienvilla auf Kauai.