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Die Erinnerung an dieses Kindheitstrauma ist nicht folgenlos geblieben. Sinofsky, Jahrgang 1965, begründet noch heute damit seine Zurückhaltung bei der Verkündung neuer Produkte: Es gebe immer eine "magische Zutat", die ein angekündigtes Szenario komplettiere. Und da die meistens fehle, seien die Nutzer enttäuscht.
Wohl deshalb hat er zum neuen Microsoft-Betriebssystem lange geschwiegen, bis er Windows 8 am Dienstag auf der Microsoft-Entwicklerkonferenz im kalifornischen Anaheim präsentierte. Als Chef der Windows- Sparte fällt das zwar durchaus in Sinofskys Zuständigkeitsbereich. Und doch fanden es viele verwunderlich, dass Microsoft-Chef Steve Ballmer der Veranstaltung fernblieb. Ein Unternehmenssprecher sagte, Ballmer habe ja am nächsten Tag am Analystentreffen teilgenommen. Einige Beobachter hatten dagegen den Eindruck, Sinofsky solle womöglich zu Ballmers Nachfolger aufgebaut werden.
Der Mann ist kein Neuling bei Microsoft. 1989, unmittelbar nach seinem Abschluss in Informatik an der University of Massachusetts im US-amerikanischen Amherst, stieg er als Programmierer ein. Fünf Jahre später wechselte er zur Abteilung, die für Office-Programme wie Word und Powerpoint zuständig ist. Im März 2006 ging Sinofsky zur Windows-Sparte, im Juli 2009 wurde er hier Chef.
Er machte seine Sache besser als sein Vorgänger, der mit dem verspätet eingeführten und kritisierten Windows Vista eine Pleite einfuhr. Sinofsky dagegen brachte mit dem Nachfolger Windows 7 ein umsatzstarkes Produkt pünktlich auf den Markt. "Steven Sinofsky hat bewiesen, dass er große Teams führen kann, die hervorragende Produkte abliefern", kommentierte Ballmer damals die Beförderung.