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19.08.2011, 07:12
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Neue Ära:
Apotheker baut HP radikal um
© Bild:
2010 AP
Hewlett-Packard stößt sein PC-Geschäft ab und kauft den Softwarekonzern Autonomy für rund 10 Mrd. Dollar. Zugleich stellt der vom Ex-SAP-Chef Apotheker geführte Konzern das Geschäft mit Smartphones und Tablets ein.
von Nora Schlüter,
Matthias Brügge Hamburg
und Helene Laube, San Francisco
Hewlett-Packard (HP) steht vor dem größten Konzernumbau seiner Geschichte: Die Nummer eins auf dem weltweiten Computer-Markt will das Geschäft mit PC ausgliedern. HP prüfe alle Optionen für den Geschäftsbereich inklusive einer kompletten oder teilweisen Abspaltung, teilte der Konzern mit. Zugleich will der Konzern die britischen Softwarefirma Autonomy für rund 10 Mrd. Dollar übernehmen. HP zahlt damit 42,11 Dollar pro Aktie, das sind 64 Prozent mehr als der zuletzt gehandelte Börsenwert.
Kursinformationen und Charts
Nach
IBM würde sich damit das zweite Urgestein der US-Computerindustrie von seiner PC-Sparte trennen. HP machte im vergangenen Geschäftsjahr 40 Mrd. Dollar Umsatz mit Computern, knapp einem Drittel der Konzernerlöse. Zum Gewinn steuerte das Geschäft 2 Mrd. Dollar bei.
Gleichzeitig teilte Hewlett-Packard mit, das Geschäft mit Smartphones und Tablets mit dem Betriebssystem WebOS zu stoppen. Sie konnten zuletzt mit erfolgreicheren Rivalen wie Apples iPhone und iPad sowie Geräten mit dem Google Betriebssystem Android nicht mithalten. Es solle aber noch geprüft werden, wie sich der Wert der WebOS-Software "optimieren" lasse.
Die gleichzeitig vorgelegten Zahlen für das dritte Geschäftsquartal untermauerten die Probleme, die Hewlett-Packard zu dem großen Umbau drängen. Der Umsatz legte lediglich von 30,7 auf 31,2 Mrd. Dollar zu. Damit erfüllte der Konzern die Erwartungen an der Wall Street. Der Gewinn pro Aktie legte von 75 auf 93 US-Cent zu.
Vorstandschef
Léo Apotheker hatte zuvor angekündigt, das Geschäftsmodell des Konzerns aus Palo Alto stärker auf Software zu münzen. IBMs Ausrichtung gilt als Vorbild für viele IT-Konzerne: Statt auf margenschwache Standardcomputer zu setzen, bietet Big Blue Firmen Server, Software und Dienstleistungen aus einer Hand. Das liefert nicht nur höhere Erträge, sondern macht den Konzern auch weniger abhängig von konjukturellen Schwankungen. Diese machen sich im PC-Geschäft derzeit besonders drastisch bemerkbar. In Europa etwa fiel die Zahl der verkauften Geräte im vergangenen Quartal um 19 Prozent. Auch in den USA läuft das Geschäft angesichts der Schuldenkrise nur schleppend.
Marktanteile der größten PC-Hersteller weltweit
IBM hatte 2005 die Computersparte für 1,75 Mrd. Dollar an den chinesischen Anbieter
Lenovo verkauft und das Unternehmen damit in die Topliga der PC-Hersteller katapultiert. Auch HP war von Analysten bereits vor Jahren dazu gedrängt worden, das zu der Zeit verlustreiche PC-Geschäft zu verkaufen. Die damalige Konzernchefin Carly Fiorina wehrte sich dagegen.
Die Anfang 2005 gefeuerte HP-Lenkerin, die 2001 mit dem 25 Mrd. Dollar teuren Kauf des Computerherstellers Compaq HPs PC-Geschäft deutlich ausgeweitet hatte, entschied sich Anfang 2005 stattdessen für die Zusammenlegung der PC-Sparte mit dem hochprofitablen Druckergeschäft. Mit der Verschmelzung der beiden Geschäftszweige werde HP effizienter und könne Produkte und gebündelte Angebote schneller und einfacher auf den Markt bringen, hieß es damals. Ihr Nachfolger Mark Hurd machte diesen Schritt nur fünf Monate später wieder rückgängig.
Teil 2: Apotheker setzt auf Cloud Computing
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Aus der FTD vom 19.08.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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